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Amoklauf von Winnenden

Abschlussbericht liegt vor

Foto: dpa

Waiblingen - Fünfeinhalb Monate nach dem Amoklauf von Winnenden hat die Waiblinger Polizeidirektion ihre Ermittlungen abgeschlossen. Ob gegen den Vater des 17-jährigen Amokläufers Anklage erhoben wird, entscheidet sich aber erst in einigen Wochen oder Monaten.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte am Montag, dass der rund 400-seitige Bericht eingetroffen ist. Es handelt sich allerdings erst um einen vorläufigen Abschlussbericht, sagte Presse-Staatsanwältin Claudia Krauth auf Nachfrage. "Wir sind noch nicht fertig." Die Anwälte der Amok-Opfer erhalten in den nächsten Tagen Einsicht in die Ermittlungsakten. Ein Angehörigen-Anwalt hatte kritisiert, dass den Hinterbliebenen seit Monaten Akteneinsicht verwehrt werde: "Das ist für meine Mandanten ein demütigender Zustand."

Im Spätsommer oder im Herbst - September oder Oktober - wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob sie Anklage gegen den Vater des Amokläufers erhebt. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung in 15Fällen ermittelt. Der Sohn hatte die Waffe, die offen im Schlafzimmer der Eltern lag, an sich genommen und war offenbar problemlos an die Munition gelangt. Der Vater soll von den psychischen Problemen des 17-Jährigen, der nach Polizeiangaben mehrfach in psychiatrischer Behandlung war, gewusst haben.

Möglich ist auch, dass das Verfahren ohne öffentliche Verhandlung gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt wird. Mehrere Opfereltern hatten dies in den vergangenen Wochen vermutet und das Vorgehen der Staatsanwaltschaft kritisiert.
 

Dirk Herrmann

24.08.2009 - aktualisiert: 24.08.2009 16:22 Uhr