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Frauenquote

Frauen sichern der Uni Fördergelder

Stuttgart - Die Universität Hohenheim will die Zahl ihrer weiblichen Lehrkräfte steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, haben Senat und Uni-Rat einen Gleichstellungsförderplan verabschiedet. Je erfolgreicher dessen Umsetzung, desto mehr steigert die Uni damit ihre Chancen auf Zuschüsse.

 
 


"Bei der Besetzung von Professorenstellen mit Frauen sind wir das Schlusslicht in Baden-Württemberg", bekannte Rektor Hans-Peter Liebig am Freitag, als er den Gleichstellungsförderplan vorstellte. Gleichzeitig fordere das Grundgesetz aber die Gleichstellung von Männern und Frauen. Deshalb, und das sei seine persönliche Meinung, habe diese bei Neubesetzungen Priorität.

Zwar seien "Bestenauslese und Gleichstellung nicht immer in Einklang zu bringen", sagte Liebig. Männer, die keine Erziehungszeiten wahrgenommen haben, könnten wesentlich mehr Publikationen vorweisen. "In diesen Fällen müssen wir bei der Auslese eben nach den Leistungspotenzialen der Bewerber sehen."

Die Universität hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der Professorinnen bis 2020 auf 20 Prozent und langfristig auf 30 Prozent zu steigern. Gleichzeitig kündigte Liebig an, mit der Gleichstellungsbeauftragten zusammen auch für mehr Frauen im Senat, im Rektorat und in der Berufungskommission zu sorgen.

Zum Jahresbeginn lehrten 125 Professoren an der Universität Hohenheim. Nur 7,2 Prozent von ihnen waren Frauen. Dies verwundert deshalb, weil der Anteil der Studentinnen inzwischen auf 56 Prozent gesteigert werden konnte. Doch je höher die wissenschaftliche Qualifizierung, desto geringer der Frauenanteil.

"Wir nennen das Leaky Pipeline", sagt Gleichstellungsbeauftragte Ute Mackenstedt. Zu wenige Frauen würden sich trauen, in Berufungssituationen klar ihre Leistungen darzulegen oder scheiterten an den von Männern dominierten Strukturen der Hochschule. "Besonders bei der Berufung zur Professur werden weibliche Bewerber unter anderem wegen eventueller Ausfallzeiten durch Schwangerschaft anders bewertet als männliche." Qualitätsverlust befürchtet Mackenstedt durch mehr Frauen an den Fakultäten nicht und widerspricht Rektor Liebig: "Bestenauslese und Gleichstellung sind in Einklang zu bringen; es gibt hervorragende Wissenschaftlerinnen."

Die Uni Hohenheim will die Frauenquote bei Promotionen und im wissenschaftlichen Mittelbau ebenfalls deutlich erhöhen. In der Praxis soll die Berufungskommission in Datenbanken nach geeigneten Frauen Ausschau halten und diese auf ausgeschriebene Stellen ansprechen.

Den Plan in den Gremien durchzuboxen war nicht einfach. "Ich habe selten eine solch emotionale Diskussion erlebt", sagt Mackenstedt. "Da haben einige offenbar den Warnschuss nicht gehört", verweist Rektor Liebig darauf, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Vergabe von Projektzuschüssen, "auch so große wie die Exzellenzinitiative", der Eliteförderung des Bundes, von einem ausreichenden Gleichstellungsförderplan abhängig mache. "Die Gelbe Karte leuchtet schon", warnt Liebig. Im Jahr 2008 sind 5,5 Millionen Euro DFG-Mittel nach Hohenheim geflossen. Mackenstedt: "Ohne Gleichstellung geht's den Instituten an den Geldbeutel."
 

Barbara Czimmer-Gauß

07.09.2009 - aktualisiert: 07.09.2009 10:00 Uhr

 


Lesermeinungen
01.11.2009 17:06
Autor: H-J Klein

Wieder einmal wird mit diesem Artikel bewiesen, dass Frauen anscheinend ohne Hilfe zu nichts fähig sind! Meine persönliche Meinung zu diesem Artikel ist folgende: Frauen die was auf der Pfanne haben setzen sich durch und erreichen ihr Ziel. Frauen welche dies nicht schaffen haben in bestimmten Positionen nichts zu suchen (das gleiche gilt auch für Männer). Wir reden hier immerhin von erwachsenen Frauen. Wann wollen die denn endlich selbstständig werden ? Man kann die doch nicht ihr Leben lang pampern! ARBEITSKOLLEGINNEN von mir sind der selben Meinung. Die finden das Gleichstellungsgerde nur noch peinlich!

 

08.09.2009 12:31
Autor: Christoph Mueller

Trotz seiner Kürze beleuchtet der Artikel von Frau Czimmer-Gauß sehr deutlich, wie sehr inzwischen auch die Wissenschaften von der allgegenwärtigen und staatlich geförderten Männerdiskriminierung in unserer Gesellschaft erfasst, man könnte auch sagen "verseucht", sind.


- Berufungskommissionen sollen speziell nach Frauen "Ausschau halten" und diese ansprechen ?
Super Service - hätte wohl jeder männliche Forscher auch gerne.

- Scheitern an männerdominierten Strukturen ?
Ist das ein Witz ? Die Universitäten sind überwuchert von einem Netz weiblicher Gleichstellungsbeauftragten, die natürlich nur von Frauen gewählt werden dürfen.

- "Es gibt hervorragende Wissenschaftlerinnen" ?
Dann sollen sie sich doch bewerben und ihre Qualifikationen darlegen, wie Männer auch. Ohne Quotensänften.

- "werden weibliche Bewerber unter anderem wegen eventueller Ausfallzeiten durch Schwangerschaft anders bewertet als männliche" ?
Bei den wenigen Akademikerinnen, die überhaupt noch Kinder bekommen ? Die zahlreichen kinderlosen Akademikerinnen gehören zur absoluten Eliteklasse in Hinblick auf Privilegien.

- "weil der Anteil der Studentinnen inzwischen auf 56 Prozent gesteigert werden konnte"
D.h., der Anteil männlicher Studenten "konnte" auf 44% gesenkt werden ? Und das ist jetzt etwas Erfreuliches ? Angesichts der erwiesenen Benachteiligungen von Jungs in der Schule, was dann logischerweise auch zu weniger männlichen Studenten führt ? Na dann, Glückwunsch! Tolle Gleichstellung. Was für ein Apartheids-Denken !


Dass der Rektor Liebig immerhin noch erkennt, dass "Bestenauslese und Gleichstellung nicht immer in Einklang zu bringen sind" (besser: "Bestenauslese und Gleichstellung sind die absolut extremsten Gegensätze") hilft wenig, der durch die DFG ausgeübte Druck und die Abhängigkeiten von staatlichen Zuwendungen lassen einer Hochschule einfach kaum noch eine Chance, sich dieser finanziellen Erpressung zu entziehen. Die Vorgaben kommen ja offensichtlich von ganz oben, auch die DFG steht ihrerseits unter dem Druck des Wissenschaftsministeriums. Ein Ende dieses "Genderwahns" liesse sich also höchstens direkt auf politischer Ebene herbeiführen.

Die ganze Entwicklung lässt Schlimmes für die Zukunft erwarten - bis jetzt hat sich mit jeder Steigerung des Frauenanteils in gesellschaftlichen Führungspositionen, in Parlamenten und Institutionen der Geschlechterkampf nur weiter verschärft, die Forderungen nach Bevorzugungen von Frauen sind immer ungenierter geworden. Die Situation an den Schulen, wo Jungs durch weiblich dominiertes Lehrpersonal bei gleicher Leistung schlechtere Noten erhalten (und von Feministinnen dann auch noch verhöhnt werden), gibt einen Vorgeschmack darauf, was wir in Zukunft an den Universitäten bei zwangsweise gesteigertem Professorinnenanteil wohl zu erwarten haben.

Zu denken geben sollte auch die Beobachtung, dass gerade die Hochschulen mit relativ geringem Frauenanteil unter der Professorenschaft (LMU München, TU München, TU Karlsruhe) bei Hochschulrankings zumeist am Besten abschneiden, während frauendominierte Universitäten, wie z.B. die Uni Bremen, regelmässig am Ende landen.

 

08.09.2009 10:29
Autor: Markus Fetzner

"Zu wenige Frauen würden sich trauen, in Berufungssituationen klar ihre Leistungen darzulegen oder scheiterten an den von Männern dominierten Strukturen der Hochschule. Besonders bei der Berufung zur Professur werden weibliche Bewerber unter anderem wegen eventueller Ausfallzeiten durch Schwangerschaft anders bewertet als männliche."

Punkt 1): wenn Frauen sich nicht trauen muss man also Männer diskriminieren und nicht mehr nach Leistung sondern nach Geschlecht auswählen?
Punkt 2): klingt sehr dogmatisch. Gibt es eine vernünftige Begründung zu der These, dass Frauen an den "männlichen" Strukturen scheitern, oder ist das einfach nur Mainstream-Rechtfertigung, dass es Frauen nicht in stressige, zeitaufwändige und nicht familienkompatible Stellen drängt? Im Grundgesetz steht glaube ich so etwas wie "alle Menschen sind gleichwertig und gleich zu behandeln". Da steht nichts drin von wegen Diskriminierung durch erzwungene Gleichstellung in allen Sparten. Warum wird diese Gleichstellung im übrigen nicht in
Frauendominierten Sparten wie im Lehramt eingesetzt und Quotenregelungen für männliche Lehrer eingeführt? Das stinkt doch langsam alles zum Himmel! Arbeitslosigkeit ist mittlerweile Männersache, und Frauen werden trotzdem doppelt gefördert. Grundgesetz? Verbrennt es, es gilt nicht mehr. Ich nenne so etwas Willkür und Diskriminierung einer indoktrinierten männerfeindlichen Bildungselite. Weiter so bis zum Ende...

 

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