Artikel aus der Filder Zeitung vom 09.09.2009

 

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Privatmensch bleiben trotz Engagements in der Kommunalpolitik

Filderstadt. Bei den Kommunalwahlen im Juni sind viele Neue zum Zug gekommen. Die Filder-Zeitung stellt sie vor. Von Natalie Kanter
 

Ute Weinmann hat sich dem Sport verschrieben. "Ohne diesen Ausgleich bin ich nicht auszuhalten", sagt sie. Das Schlimmste für sie wäre, wenn sie sich einen Fuß brechen würde. Regelmäßig walkt sie über die nahen Feldwege. Mindestens ein- bis zweimal die Woche zieht es sie ins kühle Nass des Gartenhallenbades. Dort schwimmt die Bernhausenerin Bahn um Bahn. Ihren Stil beschreibt sie als "zügig und zackig", ihre Kondition als gut.



Für eine geborene Politikerin hält sie sich dagegen nicht. Und das, obwohl sie seit vielen Jahren dem Verein der Freien Frauenliste (FFL) vorsteht. "Ich bin unglaublich gern Privatmensch und hoffe, ich kann das auch ein Stück weit bleiben." Die 51-Jährige sitzt bald für die Fraktionsgemeinschaft "Grüne/FFL" im Gemeinderat. Ein Probesitzen gab es schon. "Es ist etwas eng in der Reihe", sagt sie. Schuld daran seien die Freien Wähler, weil sie personell gestärkt in die Legislaturperiode starten.



Als Weinmann gefragt wurde, ob sie kandidieren wolle, hat sie erst nach reiflicher Überlegung zugestimmt. "Kann ich das zeitlich überhaupt leisten?", hat sie sich gefragt. Schließlich hat sie einen Vier-Personen-Haushalt zu organisieren und als kaufmännische Geschäftsführerin eines Reutlinger Jugendheimes einen Beruf, der sie fordert.



Mittlerweile aber packt sie ihre Chance beim Schopf: "Es reizt mich, über wichtige Fragen abzustimmen", sagt sie. Sie will sich für Jugendliche einsetzen. "In Filderstadt gibt es viel zu wenig Freiräume für junge Menschen", sagt sie. Einen generationsübergreifenden Spielplatz - also für Jung und Alt - könnte sie sich in Filderstadt gut vorstellen. Jugendliche und Alkohol - das hält Ute Weinmann für ein wichtiges Thema. Sie findet es klasse, dass sich der Jugendgemeinderat derart einsetzt und eigenständig Informationsveranstaltungen plant. In Sachen Werkrealschule will sie sich für den Erhalt der bisherigen Schulstandorte aussprechen. "Es ist wichtig, dass die kleinen Klassen vor Ort bestehen bleiben", sagt sie. Darüber habe man in der neuen Fraktionsgemeinschaft bereits kontrovers diskutiert.



Weinmann freut sich auf die Zusammenarbeit mit den Grünen. "Es macht Sinn, gemeinsam aufzutreten", sagt sie. Auch wenn beide Seiten in der Findungsphase "Haare lassen mussten". Sie sitzt für die Fraktion Grüne/FFL im Verwaltungsausschuss. Vieles ist ihr natürlich noch neu. Wenn der Kopf dann vor lauter Neuigkeiten raucht und nichts mehr hineinpassen will, geht sie sporteln - zum Entspannen.
 

09.09.2009 - aktualisiert: 09.09.2009 06:00 Uhr

 

 



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