Artikel aus der Filder Zeitung vom 16.09.2009

 

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CTC: Kommen statt Chinesen bald Türken?

Echterdingen. Vermarktung der chinesischen Handelsmesse verläuft schleppend. Neuer Partner soll Finanzierung sichern. Von Tim Höhn
 

Am Zaun an der Leinfelder Straße hängt ein Schild. In englisch ist darauf der Zeitplan für die Errichtung des Chinese Trading Centers (CTC) verewigt. Der Baubeginn sei für April 2009 vorgesehen, das Richtfest für November, fertig werde das Gebäude bis März 2010.



Nichts davon ist eingetroffen, nichts davon wird eintreffen. Nach Stand der Dinge ist nicht einmal mehr sicher, dass der Reutlinger Projektentwickler Willi Schöller sein Prestigeprojekt jemals wird realisieren können. "Wir sind krankheits- und urlaubsbedingt nicht so schnell vorwärts gekommen wie gedacht", gibt Schöller zu. Wer im Internet die CTC-Homepage besucht, die für die Vermarktung des Gebäudes eingerichtet wurde, landet auf einer Werbeseite. Geworben wird nicht für das CTC, sondern für Gartenmöbel, einen Scheidungsanwalt oder Thai-Massagen.



Mit einer chinesischen Messe hat all das nichts zu tun. Wie mehrfach berichtet, plant Schöller in Echterdingen ein 20 000 Quadratmeter großes Handelszentrum für rund 250 chinesische Mittelständler. Bislang ist es nicht gelungen, ausreichend Flächen zu vermarkten. "Wir machen weiter, weil wir an den Erfolg glauben", sagt Schöller. Mit neuer Ausrichtung, denn ursprünglich war vorgesehen, dass die Chinesen den Großteil der Finanzierung stemmen. Doch in der Finanzkrise sind Interessenten aus dem Reich der Mitte vorsichtig geworden. "Wir haben nicht genügend Partner, die bereit sind, sich im Vorfeld wirtschaftlich wirkungsvoll zu verpflichten", sagt Schöller.



Die Projektentwickler haben reagiert und akquirieren nicht mehr nur in China, sondern im gesamten asiatischen Raum, etwa in Korea. Sogar in Spanien, Italien oder der Türkei suchen Schöller und Co. nun Firmen, die ihre Produkte in Echterdingen ausstellen wollen. "Das CTC wird internationaler", erklärt Schöller. Und diese Entwicklung werde sich auch in der Namensgebung niederschlagen. Heißt das Chinese Trading Center also bald International Trading Center? Gar World Trading Center? Den neuen Namen verrät er nicht.



Das gleiche gilt für den Namen des deutschen Partners, den Schöller mit ins Boot holen will und der den wirtschaftlichen Erfolg garantieren soll. Es handle sich um ein renommiertes und bekanntes Unternehmen. "Wir sind uns per Handschlag einig", sagt Schöller. Sobald der Vertrag unterschrieben sei, werde er das Gespräch mit der Leinfelden-Echterdinger Stadtverwaltung suchen. "Es gibt leichte Änderungen am Baukonzept, das müssen wir abklären."



Bürgermeister Frank Otte dürfte gespannt sein auf das Treffen. Das Grundstück an der Leinfelder Straße gehört noch immer der Stadt, die mit Schöller einen Vorvertrag geschlossen hat. Der Haken: Der Vertrag läuft bald aus, womit die Stadt die Fläche auch an andere Unternehmen verkaufen könnte. "Ewig können wir das Grundstück nicht vorhalten", sagt Otte. Klar sei aber, dass die Verwaltung großes Interesse daran habe, dass "es was wird mit dem CTC". Oder wie immer das Handelszentrum eines Tages heißen mag.
 

16.09.2009 - aktualisiert: 16.09.2009 06:00 Uhr

 

 



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