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Schavan

Kein Endlager im Südwesten

Foto: Wagner

Weder Union noch FDP für neue Kernkraftwerke - Westerwelle: "Eine Brückentechnologie"
 

Berlin - Auf der Zielgeraden des Wahlkampfs wird die Atomenergie zum Thema. Der Streit zwischen den Kabinettsmitgliedern Annette Schavan (CDU) und Sigmar Gabriel (SPD) wird schärfer.

 
 


Bundesforschungsministerin Annete Schavan (CDU) schließt ein Atom-Endlager in Baden-Württemberg aus. "Alle Erkenntnis" spreche dagegen, sagte Schavan unserer Zeitung. Jede Erkundung wäre deshalb "pure Geldverschwendung". In einer von ihrem Haus in Auftrag gegebenen Studie finde sich "nicht der geringste Hinweis darauf, an anderer Stelle als Gorleben zu erkunden", sagte Schavan. Alles andere sei "pure Ablenkung" durch Umweltminister Gabriel (SPD), der "mit einem ernsten Thema Schindluder" treibe.

Zudem wird inzwischen deutlich, dass eine mögliche schwarz-gelbe Bundesregierung den Neubau von Kernkraftwerken nicht gutheißen würde. Sie sei nicht für den Neubau von Atomkraftwerken, sagte Schavan, die auch stellvertretende CDU-Vorsitzende ist. Das sei auch "Beschlusslage der Union". Deutschland habe sich entschieden, "einen Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien zu setzen". Aber auch FDP-Chef Guido Westerwelle sprach sich in einem Gespräch mit unserer Zeitung gegen neue Kernkraftwerke aus. Es gehe "ausschließlich um die Frage, mit welchen Brückentechnologien wir das Zeitalter der erneuerbaren Energien erreichen. Es macht keinen Sinn, aus sauberer Kohle und sicherer Kernkrafttechnik heute auszusteigen, um am Tag danach den Strom aus sehr viel unsichereren osteuropäischen Kraftwerken einzukaufen", sagte Westerwelle.

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla kritisierte unterdessen Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) wegen Beraterverträge des Ministeriums. Gabriel müsse beantworten, "warum er Heerscharen von externen Beratern beschäftige", sagte Pofalla.
 

Norbert Wallet, Berliner Redaktion

17.09.2009 - aktualisiert: 17.09.2009 19:02 Uhr

 


Lesermeinungen
21.09.2009 22:11
Autor: Zentmaier, Volker

Wer möchte schon in seiner Nachbarschaft ein Atomendlager? Aber das Prinzip "O heiliger Sankt Florian........" hilft uns hier absolut nicht weiter. Das Problem wird doch schon jahrzehntelang vorhergeschoben. Mit schönen Wortspielereien wie "Brückentechnologie" wird diese Türe jetzt weiter, bei Wahlsieg von CDU/FDP, vermutlich bis zum Sanktnimmerleinstag offengehalten? Ja, genauso sind sie unsere Politiker sie schwenken ihr Fähnchen im Wind. Immerhin sind die Grünen aus der 68er Generation entstanden, und wurden eine kritische Kraft in unserer Demokratie. Schade, aber AGENDA 2010 und HARTZ 4 steht mit ihrem Namen. So schnell kann man sich an Macht gewöhnen. Die Frage besteht doch weiter, auf welche Alternativen Energien setzt die Industrie? Reagieren ist aber seitjeher einfacher als agieren. Schlafen wir weiter.....

 

18.09.2009 11:57
Autor: Helmut Willenbrock

Endlager, nein danke! Was soll man eigentlich noch glauben? Am Anfang von Gorleben musste getrickst werden (Gutachten geschönt, gefälscht), vor dem Aus bleibt ein Gefälligkeitsgutachten unter Verschluss bis nach der Wahl. Dann soll weiter erkundet werden, wo es nichts zu erkunden gibt. Wer glaubt noch, dass es Endlager gibt, die Zehntausende von Jahren dichthalten? Die Vertreter der "bürgerlichen" Parteien wären glaubhafter, Würden sie den forcierten Ausbau erneuerbarer Energien fordern und keine Brückentechnologien auf Grundlage falscher Zeugnisse.
Genauso unglaubwürdig ist das Versprechen, über Steuersenkungen die Wirtschaft ankurbeln zu wollen. Deutschland ist schon Niedrigsteuerland. Bildung, Gesundheit, Pflege, Polizei, Verteidigung sind seit Jahren unterfinanziert. Soll das alles privatisiert werden? weil der Staat lahm ist? die Privatkonten aber überlaufen (Privatvermögen ohne Immobilien ca 4,5 Billionen Euro)? Bevor die Kreuze gesetzt werden, haben wir einiges zu bedenken.

 

18.09.2009 10:30
Autor: Wolfgang Schatz

Es gibt keine vernünftigere Energie als
Atomenergie. Allerdings ist damit die Kern-
fusion gemeint, nicht die jetzige Form. Ohne
Atomenergie läuft in Zukunft gar nichts, oder wollen wir die Raumschiffe der Zukunft
mit Windrädern antreiben? Natürlich weiß ich, daß die jetzige Art der Atomenergie
lebensgefährlich ist (eigentlich ist sie die
teuerste Art um heißes Wasser zu machen),
aber wir müssen noch 100 Jahre übersteh-
en, bis die Kernfusion einsatzfähig ist. Na-
türlich ist die Sache mit den Endlagern
brisant, aber was sollen wir machen? Natürlich sind die Grünen gegen Atom- energie, aber die sind ja sowieso gegen alles. Ich höre sehr wohl auf Leute die
vernünftig und rationell die Atomwirtschaft
kritisieren, aber nicht auf Leute die ihr
"Gegen alles sein" zum Lebens- und Glaubensprinzip, praktisch zu einer neuen Religion machen. Vor 30 Jahren gab es
mal ein Science-Fiction-Taschenbuch mit dem Untertitel: "40 Jahre die Grünen an der Macht, und die Menschheit ist am Ende".
Mehr muß ich wohl nicht sagen.

 

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