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Wetten, dass..?

Die Couch bleibt Gottschalks Revier

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Nach der gemeinsamen Moderation der Goldenen Kamera sind Gottschalk und Hunziker bereits ein eingespieltes Team.
Foto: dpa

Freiburg - "Wetten, dass..?" soll spontaner werden. Deshalb wird Thomas Gottschalk die ZDF-Show künftig nicht mehr alleine moderieren, sondern hat mit Michelle Hunziker eine Assistentin an seiner Seite. Schon bei der nächsten Ausgabe der ZDF-Show am 3. Oktober in Freiburg wird die 32-Jährige dabei sein.

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In gewisser Weise ist Marcel Reich-Ranicki schuld. Erinnern Sie sich an dessen Ausraster beim Deutschen Fernsehpreis im vergangenen Jahr? Und vor allem an die Souveränität, die Spontaneität und die Schlagfertigkeit, mit der Thomas Gottschalk damals die Situation rettete? Das war beeindruckend und sorgte in den Tagen nach der TV-Gala dafür, dass ein kleiner Ruck durch Thommy, die Macher von „Wetten, dass . . ?“ und nicht zuletzt auch ZDF-Unterhaltungschef Manfred Teubner ging. Man müsse – so die Quintessenz – Thomas Gottschalk auch in „Wetten, dass . . ?“ die Chance geben, spontaner zu sein. Denn das ist seine große Stärke. Das ist seit je, seit seiner Radiozeit beim BR, sein Steckenpferd.

Auf Europas größte Unterhaltungsshow bezogen heißt das nun konkret: Thomas Gottschalk wird künftig die Wetten und die Kandidaten erst in der Sendung selbst kennenlernen. Bisher wurden die Abläufe – und auch die Wetten – mehrfach geprobt. Wer einmal die Chance hatte, bei so einer Generalprobe dabei zu sein, der weiß, dass Thomas Gottschalk dort tatsächlich mitunter um Längen witziger ist als in der eigentlichen Show. Das soll künftig verhindert werden. „Thomas Gottschalk ist einfach am stärksten, wenn er spontan sein darf“, sagte sein Chef Manfred Teubner am Freitag unserer Zeitung. „Das wollen wir mit dem neuen Konzept besser umsetzen.“

Dieses neue Konzept sieht vor, dass jemand anderes künftig die Wetten in der Show präsentiert. Die Wahl fiel auf Michelle Hunziker. Die 32-Jährige wird Thommys Co-Moderatorin. Die Idee, dass die Schweizerin die Idealbesetzung für diesen Job sei, kam nach dem letzten Sommer-Special von „Wetten, dass . . ?“ aus Mallorca. Dort war Michelle Hunziker zu Gast – und hatte sichtlich Spaß, mit Gottschalk zu interagieren. „Die beiden kennen und verstehen sich gut“, bestätigt Teubner. „Sie funktionieren zusammen.“ Man habe sich auf einen Einjahresvertrag für Hunziker geeinigt. Bereits bei der nächsten Sendung, die am 3. Oktober aus Freiburg kommt, wird die schöne Blondine Gottschalk unterstützen. Auf dem Sofa wird Hunziker aber nicht Platz nehmen. Die Couch bleibt das Revier von Thomas Gottschalk.

Was ist von diesem Coup zu halten? Er zeigt zumindest, dass sich das ZDF nicht ausruht. Man musste etwas tun – die Quote von „Wetten, dass . . ?“ sinkt seit Monaten. In den vergangenen Sendungen wurde die „magische Grenze“ von zehn Millionen Zuschauern nicht mehr erreicht. „Wir haben an der Show immer mal ein bisschen was verändert“, sagt Teubner. „Der Grundcharakter aber ist immer geblieben.“

Dass die Verpflichtung von Michelle Hunziker den schrittweisen Rückzug von Thomas Gottschalk bedeutet und sie eines Tages die Show alleine moderieren könnte – diese Spekulationen weist Teubner entschieden von sich. „Darüber denken wir überhaupt nicht nach. Solche Überlegungen waren nicht der Hintergrund bei der Entscheidung, Michelle Hunziker ins Boot zu holen.“ Ganz im Gegenteil. Thomas Gottschalk habe seinen Vertrag erst jüngst verlängert – bis 2012.

Neben der spektakulären Personalie wird es weitere Änderungen am „Wetten, dass . . ?“-Konzept geben: Ab sofort können sich Wett-Begeisterte aus aller Welt im Internet unter www.youtube.de/wettendass mit ihren Ideen als Kandidaten für die Show bewerben. Damit will das ZDF mehr Pep in die Wetten bringen. Zuletzt schien es, als gingen der Redaktion die Vorschläge aus. Nicht selten war ein Kandidat (wenn auch mit einer anderen Wette) zum zweiten Mal zu Gast in der Show. Für den Wettkönig hat sich das ZDF auch etwas Neues einfallen lassen: Statt der bisherigen 5000 Euro gewinnt er künftig einen Audi im Wert von 40.000 Euro.
 



Stefanie Thyssen

18.09.2009 - aktualisiert: 18.09.2009 18:38 Uhr




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