Artikel aus der Filder Zeitung vom 22.09.2009

 

Drucken

Gedankenspiele für die fetteren Jahre

Filderstadt. Die Bürger sollen Ideen zur Filderstädter Zukunft entwickeln - unabhängig von der Finanznot. Von Otto-H. Häusser
 

Die geplante Stadtentwicklung ist ein komplexes und vielschichtiges Thema. Um den dafür nötigen Prozess möglichst komprimiert und effizient zu gestalten, wurde nun von der Verwaltung das Programm für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) zusammengestrichen.



Statt der ursprünglichen zwölf Arbeitsgruppen wird es nur noch sieben geben. "Dadurch gehen jedoch keine Themen verloren", erklärt Bürgerreferent Thomas Haigis, der als Koordinator für ISEK fungiert. Die Themenfelder der übrig bleibenden Gruppen seien erweitert worden. Gleichzeitig habe man festgelegt, dass sich die Arbeitsgruppen nicht an mehreren Freitagen treffen, sondern an einem Wochenende im November tagen. Das zur Verfügung stehende Budget in Höhe von 50 000 Euro werde so effizienter verwendet. "Wir haben jetzt die Möglichkeit, mehr externe Moderatoren einzusetzen", sagt Haigis.



Vier der sieben Gruppen werden von außenstehenden Leuten geleitet, die Moderation der anderen drei Gruppen übernehmen Verwaltungsmitarbeiter. "Das werden Leute aus der mittleren Führungsebene sein", so Haigis. Diese müssten neutral sein und dürften deshalb im jeweiligen Bereich nicht zuviel Sachkenntnis haben. Deshalb könne die AG Energiestadt Filderstadt nicht von einem Fachmann der Stadtwerke geleitet werden.



In den einzelnen Gruppen werden am Wochenende, 20./21. November, Ideen zur Weiterentwicklung der Stadt gesammelt. Daran sollen sich neben Verwaltungsmitarbeitern, Stadträten und Vertretern aus Vereinen, Organisationen und Kirchen auch "ganz normale" Bürger beteiligen. "Es haben sich schon mehr als 150 Interessierte gemeldet", sagt Haigis. Sie hätten sich bei den Veranstaltungen, die im Rahmen des Dialogsommers stattfanden, in Listen eingetragen. "Es dürfen aber natürlich auch Leute kommen, die sich noch nicht gemeldet haben", erklärt der Bürgerreferent.



Sobald die Arbeitsgruppen getagt haben, wird Haigis die Ideen zusammentragen und zu Papier bringen. Bei einer Feinabstimmung sollen dann im Sommer 2010 von den AG-Teilnehmern Prioritäten gesetzt und Ziele festgelegt werden. Anschließend kann sich der Gemeinderat mit den einzelnen Wünschen und Vorstellungen befassen.



Unabhängig von ISEK werden sich die Stadträte Ende Januar auf einer Klausur mit den Finanzen der Stadt beschäftigen und nach Sparmöglichkeiten suchen. Für Haigis ist es wichtig, dass die Stadtentwicklung nicht in Verbindung mit den Geldnöten diskutiert wird. Es sei klar, dass Filderstadt derzeit unter einer großen Finanzknappheit leide. "Die schweren dunklen Wolken ziehen aber irgendwann auch wieder vorüber", sagt er. Dann sei es von Vorteil, wenn man ein Konzept zur Stadtentwicklung parat habe. Schließlich wolle man mit ISEK eine langfristige Perspektive für die Stadt entwickeln.
 

22.09.2009 - aktualisiert: 22.09.2009 06:00 Uhr

 

 



Anzeigen
 
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise