Artikel aus den STUTTGARTER NACHRICHTEN vom 23.09.2009

 

"Wir geben den Spielern Lösungen an die Hand"

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VfB-Teamchef über Inhalte des Trainingslagers, die Reaktion von Kapitän Hitzlsperger auf seine Pause und Lehmanns Wiesn-Besuch
 

Im Pokalspiel beim VfB Lübeck muss der VfB Stuttgart heute (20.30 Uhr/Sky) eine Reaktion zeigen. "Als Trainer wünscht man sich eine spielerisch überzeugende Leistung. Aber ich weiß, dass es auch zäh werden kann", sagt Markus Babbel.

Von Thomas Näher

Herr Babbel, die Mannschaft ist seit Montag im Trainingslager in Travemünde. Was machen Sie dort anders als in Stuttgart?

Den Spielern tut es gut, dass sie weg sind von ihrem gewohnten Umfeld. Hier haben sie ihre Ruhe und können sich ganz auf den Fußball konzentrieren.

Wie sieht das tägliche Training aus?

Wir stellen verschiedene Spielsituationen nach und zeigen den Spielern auf, wie man dabei am sinnvollsten reagiert. Wir geben ihnen Lösungen an die Hand.

Sicher gibt es auch viele Einzelgespräche?

Von Einzelgesprächen halte ich momentan nicht so viel. Dafür ist die Zeit zu knapp. Ich setze eher auf Gespräche in der Gruppe.

Wie kommen die bei den Spielern an?

Ich habe ihnen gesagt: Dieses Trainingslager ist keine Strafmaßnahme. Vielmehr erhoffe ich mir davon, dass wir ein paar Tage zusammen sind, eine Art Neuanfang.

Sie hatten Kapitän Thomas Hitzlsperger zwei Tage freigegeben. Hat ihm das geholfen?

Es war Sinn und Zweck, dass er ein wenig abschaltet. Jetzt ist er wieder gefordert. Und ich sage Ihnen: Er kommt seiner Aufgabe als Kapitän glänzend nach. Seine Reaktion freut mich.

Spielt er auch gegen Lübeck?

Thomas wird spielen. Es war mit ihm abgesprochen, dass er nur gegen Köln aussetzt.

Welche Mannschaft läuft sonst auf?

Jens Lehmann ist bekanntlich nicht dabei.

Sie haben ihn für das Pokalspiel suspendiert. Ihr Ärger über seinen Abstecher auf die Münchner Wiesn muss riesengroß sein.

Wir wussten nicht, dass er dort sein würde. Aufgrund seines Alters und seiner Erfahrung erwarte ich von ihm, dass er mit solchen Dingen sensibler umgeht. In unserer sportlichen Situation geht es einfach nicht, dass er auf der Wiesn erscheint. Da erwarte ich mehr Professionalität.

Angeblich war es eine Charity-Veranstaltung.

Ich hätte den Besuch unter bestimmten Voraussetzungen vielleicht nicht verboten. Aber es waren genügend Prominente dort, da hätte ihm keiner verübelt, wenn er abgesagt hätte. Jens hätte erkennen müssen, dass unsere Lage einen Besuch nicht zulässt.

Nun sind Sven Ulreich und Alexander Stolz mit dabei. Wer steht im Tor?

Ich will erst mit beiden Torleuten sprechen. Die Chancen stehen fifty-fifty.

Was erwarten Sie von der Mannschaft gegen Lübeck - außer einem Sieg?

Unser Ziel kann nur sein, die nächste Runde zu erreichen. Über alles andere brauchen wir gar nicht nachzudenken. Für uns ist es wichtig, die einfachen Bälle zu spielen. Natürlich wünscht man sich als Trainer eine spielerisch überzeugende Leistung. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass so ein Pokalspiel eine zähe Sache werden kann.
 

23.09.2009 - aktualisiert: 23.09.2009 05:46 Uhr

 

 

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