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Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 01.10.2009

 

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Kunstrasenplatz wird teuer, egal wo er entsteht

Kornwestheim Die Stadt hat mögliche Standorte prüfen lassen. Von Birgit Kiefer
 

Weil der Untergrund noch schlechter wäre als beim bereits bestehenden Kunstrasenplatz, wird ein solcher Rasen in der Bogenstraße beim bisherigen Tennenplatz deutlich teurer. Bürgermeister Michael Köpple hatte das "Entsetzen über die hohen Kosten" bei den Gemeinderäten wahrgenommen, als im Dezember 2008 die erste Kostenschätzung vorlag. In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik in dieser Woche hat er nunmehr aber nicht viel bessere Nachrichten gehabt. Weitere Standorte hat die Stadtverwaltung untersuchen und die jeweiligen Kosten eines Kunstrasenplatzes schätzen lassen. Das Ergebnis: Es wird teuer, so oder so.



Unter einer Million Euro lässt sich in Kornwestheim nämlich demnach kein weiterer Kunstrasenplatz bauen - nicht als Ersatz für den Tennenplatz an der Bogenstraße, nicht an der Jahnstraße anstelle des Naturrasens und nicht dort, wo einst Kufen ins Eis kratzen, also am Eichenweg. Die preislichen Unterschiede sind so gering, dass der Standort zu einer politischen Frage wird: Wollen die Stadträte die Zentralisierung der Sportstätten an der Bogenstraße oder wollen sie - wie Stadtrat Julian Göttlicher (Freie Wähler) es ausdrückte - "eine Stärkung der Quartiere, und die Weststadt hat einen Nachholbedarf".



Der erste Kunstrasenplatz an der Bogenstraße hatte noch mit 700 000 Euro zu Buche geschlagen, ein Schnäppchen aus heutiger Sicht. Der zweite gleich nebenan käme dagegen auf 1,3 Millionen Euro, weshalb die Stadt weitere Standorte in Erwägung gezogen hat. Auch eine Umwandlung des ESG-Rasenplatzes an der Jahnstraße ist eine Option. Sie würde rund 1,1 Millionen Euro kosten, wobei noch eine Erneuerung der Sanitäranlagen hinzu gerechnet werden müsste. Ein neuer Aufbau für den Boden wäre notwendig, die Drainage müsste erneuert werden und die am Rande des Feldes stehenden Pappeln müssten abgeholzt werden. Letzteres, befürchtet SPD-Stadtrat Robert Müller, wäre ein Verlust für den Lärmschutz. Besonders die SPD liebäugelt zudem weiter mit einem Jugendgelände an der Jahnstraße.



Auf noch weniger Gegenliebe stießen bei Müller allerdings die Eishallen-Varianten, die bei einem Platzbau in Ost-West-Richtung rund 1 230 000 und in Süd-Nord-Richtung rund 1 430 000 Euro kosten würden. Sanitäre Anlagen würden zusätzlich zu Buche schlagen. Die bestehende Bodenplatte reicht am Eichenplatz größenmäßig nicht aus, auch dort ist der Grund zudem problematisch: Eine Erddeponie befand sich früher an dem Standort. Die kostengünstigere Ausrichtung in Ost-West-Richtung hätte den Nachteil, dass bei Nachmittagsspielen auf dem Platz die Sonne die Spieler blenden würde. Dass auf jeden Fall am Eichenweg ein Kunstrasenplatz teilweise auf Stuttgarter Gemarkung liegen würde, wäre weniger ein Problem: Das benötigte Grundstück ist im Eigentum der Stadt Kornwestheim.



Auch die CDU-Fraktion im Ausschuss ließ eine Tendenz zum Bau in der Bogenstraße erkennen. Ihr Vorsitzender Wolfgang Ohnesorg hatte dabei eine ungewöhnliche Begründung parat. Der Anwalt verwies auf seine "grüne Seite". Um die Pappeln, die für den Kunstrasenplatz an der Jahnstraße fallen müssten, täte es ihm Leid. Jetzt holt die Stadt noch eine Stellungnahme des Stadtverbands für Sport ein, dann muss noch geklärt werden: Hat die Stadt überhaupt das nötige Geld.


 

01.10.2009 - aktualisiert: 01.10.2009 06:02 Uhr

 

 




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