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Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 01.10.2009

 

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Hochdorfer Halle wird gebaut

Remseck Die Stadträte geben den Startschuss für das umstritteneProjekt. Die Kosten betragen 1,8 Millionen Euro. Von Ludwig Laibacher
 

Nach anderthalbjährigem Tauziehen um eine neue Gemeindehalle in Hochdorf können jetzt die Arbeiten ausgeschrieben werden. Der Remsecker Gemeinderat hat jetzt die aktuelle Planung des Architekturbüros Klar bei nur einer Gegenstimme passieren lassen. Vorgesehen ist der Neubau einer Gemeindehalle mit Vereinsheim und Warmküche. Die immer wieder vom SGV Hochdorf geforderte Gaststätte soll es nicht geben. Die Kosten für das Projekt, das in etwa auf der Fläche der noch bestehenden Halle verwirklicht werden soll, werden zurzeit auf 1,8 Millionen geschätzt.



Dass es nun vergleichsweise rasch zu einer Entscheidung im Rat gekommen ist, hängt mit einem Zuschuss aus den Mitteln des von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Konjunkturprogramms II zusammen. Im Juli hat die Große Kreisstadt aus Berlin eine Zusage über 750 000 Euro erhalten. Dieser Betrag aber ist daran geknüpft, dass das Bauvorhaben bis Ende des Jahres 2010 fertiggestellt wird. Weshalb nun die Verwaltung sowie die Mehrheit der Stadträte betonten, man müsse nun "aufs Tempo drücken". Frank Knödler, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, redete gar von "der Macht des Faktischen", die nun gesiegt habe. Remseck müsse diese einmalige Chance beim Schopf packen.



Der Zeitdruck sei erheblich, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Balzer, der zuletzt die Verhandlungen mit dem Hochdorfer Sportverein geführt hatte. Er hoffe inständig, dass dieses große Projekt am Ende auch die letzten Kritiker in Hochdorf überzeuge, sagte Oberbürgermeister Karl-Heinz Schlumberger. "Es wäre ein deprimierendes Zeichen, wenn wir so viel Geld investieren würden und die Hochdorfer lehnen die Halle ab." Ein Projekt von solcher Qualität werde es im Stadtteil so bald sicher nicht mehr geben.



Die kritischen Stimmen sind in Hochdorf - vor allem beim Verein SGV - nicht verstummt, weil in dem von der Stadt und dem Architekturbüro jetzt vorgelegten Programm die ersehnte Gaststätte gestrichen worden ist. Das hat nach Aussage der Verwaltung zwei Ursachen: Zum hätte die Verwaltung mit der Einrichtung eines Lokals für einen einzelnen Sportverein gegen das Gebot der Gleichbehandlung der Stadtteile verstoßen. Zum anderen hätten die Verantwortlichen damit die Zuschüsse aus Berlin gefährdet. In den Förderrichtlinien heißt es ausdrücklich, dass von dem Geld alle Bürger einer Kommune profitieren müssen.



Remseck habe eigens deshalb eine Rechtsbelehrung beim Stuttgarter Regierungspräsidium eingeholt, sagte Balzer. In der Antwort habe es ausdrücklich geheißen, dass der Bau und Betrieb einer öffentlichen Gaststätte nicht zu den Aufgaben einer Kommune gehörten. Dennoch werde es in der neuen Halle eine Küche und einen Bewirtungsraum geben. Dadurch verliere der Verein das lebendige Zentrum, sagte Gabi Knieriem, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP. Ohne Lokal fehle auch in der schönsten Halle die Frequenz.



Was hingegen dem Grünen Karl Burgmaier die Freude trübte, war der Blick auf die Kosten. Mit 1,8 Millionen liege die Schätzung um 20 Prozent über dem Betrag, auf den der Gemeinderat im Januar das Projekt gedeckelt hatte: "Dass wir eine Obergrenze von 1,5 Millionen Euro beschlossen haben, scheint heute niemand mehr zu interessieren."
 

01.10.2009 - aktualisiert: 01.10.2009 06:02 Uhr

 

 




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