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Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 01.10.2009

 

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Der Durchbruch: im Westen was Neues

Ludwigsburg Die neue Seite des Bahnhofs ist tatsächlich fertig. Das Westportal bringt das Ende einer beinahe unendlichen Geschichteund einen völlig neuen Zugang zur Stadt. Es fehlen nur noch die Mieter für die Ladenpassage. Von Verena Mayer
 

Der lautstarke Abriss der Holzlatten auf der Westseite des Ludwigsburger Bahnhofs hat die entscheidende Frage offenbar doch nicht erschöpfend beantworten können: "Darf man da durch laufen?" fragte eine Frau in der Unterführung und blickte skeptisch auf die andere Seite der Stadt. Man darf! Und die Tatsache, dass man das auch kann, hat die Stadt gestern Nachmittag mit mächtigen Worten gefeiert: "Heute ist ein großer Tag", sprach der Oberbürgermeister Werner Spec zu den zahlreichen geladenen Gästen - unter denen einige waren, die bereits die ersten Diskussionen über den so genannten Westausgang vor 35 Jahren mitgemacht hatten.



Doch erst mit der Entwicklung des benachbarten Nestlé-Areals für die neue Multifunktionshalle, die heute eröffnet wird, konnte der Traum vom neuen Westausgang Wirklichkeit werden, der inzwischen Westportal heißt und sehr viel mehr bietet als lediglich den Durchgang vom und zum Bahnhof (siehe Infobox). Doch wenngleich der ersehnte Durchgang jetzt passierbar ist, das riesige Parkhaus befahrbar und die öffentliche Toilette besitzbar, erledigt ist die Arbeit am Westportal deshalb noch lange nicht. Das aus der Not geborene, nun aber hoch gelobte Fahrradparkhaus wird erst in etwa fünf Wochen in Betrieb gehen und die rund 1500 Quadratmeter umfassende Ladenpassage im Erdgeschoss des Parkhauses steht noch ziemlich leer.



Lediglich eine Bäckerei hat sich bislang in das Gebäude eingemietet, sagt Wolfgang Memminger von der LHI, die diesen Gebäudekomplex finanziert, und dem es in dieser Krisenzeit nicht leichter fällt, Mieter zu finden; speziell solche, die er sich wünscht. "Noch haben wir den hehren Anspruch, im Westen etwas Besseres hinzubekommen als im Osten", sagt Memminger in Anspielung auf die etwas heruntergekommene Erscheinung der gegenüberliegenden Bahnhofsseite. Anfragen gebe es einige, doch man hoffe eben auf hochwertige Mieter, "die verstehen, was hier entstanden ist". Denn tatsächlich ist im Ludwigsburger Westen ja nicht nur das Portal entstanden. Mit der Arena und der dazugehörigen Tiefgarage wuchsen auf der Gewerbebrache auch ein Hotel sowie das Gebäude "Courtside", in dem sich die Geschäftsstelle der EnBW-Basketballer samt Fanshop befindet. Außerdem werden zwei Arztpraxen einziehen sowie ein Physiotherapeut und ein Restaurant soll es auch geben. Fast 60 Millionen Euro haben die Stadt und die LHI als privater Partner in das neue Quartier investiert, das nun belebt werden soll - allerdings nicht von jener Klientel, die sich bis jetzt im Bereich des Omnibusbahnhofs aufhält und regelmäßig Besuch von der Polizei bekommt. Dass diese Gefahr bestehe, weiß die Stadt natürlich. Allerdings glaubt sie auch, gut vorgesorgt zu haben: Indem sie über ihre Tochter, die Parkierungsanlagen GmbH, das neue Parkhaus betreibt. So habe man ein Hausrecht in dem Gebäude, erklärt der Baubürgermeister Hans Schmid, und damit eben auch die Kontrolle.


 

01.10.2009 - aktualisiert: 01.10.2009 06:02 Uhr

 

 




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