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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 01.10.2009

Pandorum

Alles, was fehlt, ist eine Geschichte

Aus einem monatelangen Hyperschlaf erwacht, müssen zwei Astronauten nicht nur mit enormem Gedächtnisverlust zurechtkommen, sondern auch noch gegen finstere Kreaturen ankämpfen, die sich an Bord ihres gigantischen Raumschiffs eingenistet haben. Welcher Film dem deutschen Regisseur Christian Alvart ("Antikörper") für seine düstere Zukunftsvision Pate gestanden hat, lässt sich unschwer erahnen - wenn etwa die Kamera in der Eröffnungssequenz scheinbar schwerelos über das monströse Raumschiff gleitet oder später die dunklen, kalten Gänge im Inneren mit den vielen Schläuchen, Rohren und Nischen das Bild beherrschen, erinnert man sich gerne wieder an "Alien".

Bei Ridley Scotts Film hat der Schweizer Künstler H. R. Giger seinerzeit ein Maßstäbe setzendes Produktionsdesign kreiert, dessen Ausläufer bis in Alvarts Film reichen. Und das ist im überaus positiven Sinn gemeint, beweist er doch, dass man auch in Deutschland inzwischen optisch ansprechendes Science-Fiction-Kino machen kann. Doch die Fahrt, die der Film besonders in der ersten Hälfte aufnimmt, wird leider viel zu früh abgebremst. Vieles wiederholt sich, ist vorhersehbar und ermüdet. Dabei beherrscht Alvart die Technik souverän: Er weiß den 5.1-Ton effektvoll einzusetzen und die gesamte Bildwand mit breitestem Cinemascope zu füllen, und er hat ein Händchen für klaustrophobische Atmosphäre. Alles, was ihm fehlt, ist ein richtig spannendes Drehbuch.
 

Wolfram Hannemann

01.10.2009 - aktualisiert: 01.10.2009 11:52 Uhr

 


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