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... warum wir Stuttgart lieben (33)

Das Dörfliche

Foto: Kraufmann

Paradies für Katzen
 

Ich lebe in der schönsten Großstadt Deutschlands und liebe ihr Flair. Dennoch könnte ich mir niemals vorstellen, direkt in der City zu wohnen. Nur zehn Minuten brauche ich von unserem Haus in Münster mit der U-Bahn oder dem Auto bis zum Hauptbahnhof. Nah genug - und doch so fern. Münster ist ein kleiner unabhängiger Stadtteil, quasi Dorf in Stuttgart. Bäcker, Bonus und Blumenladen gehören zum kleinstädtischen Ambiente wie die Metzgerei oder der Friseur. Hier kennt jeder jeden - meist auch namentlich. Um das gesamte Quartier zu durchqueren, braucht man nur zehn Minuten. Und unterwegs begegnet man Hunden und Katzen zuhauf - Kot auf den Gehwegen hingegen äußerst selten.

Ich habe ebenfalls Tiere - zwei Katzen und einen Hund. Die Katzen sind Freigänger, warum sollte ich sie in Münster in die Wohnung sperren? Sie kommen und gehen, wann sie wollen - Tempo 30 sowie wenig Verkehr machen ihr Leben sicher. Und welche Katze klettert nicht gern auf Bäume? Die sind für die Vierbeiner interessanter als zu Hause die Wände hochzugehen oder sich an den Gardinen festzukrallen. Es stinkt nicht nach Tieren, wenn man zur Türe reinkommt. Draußen locken Gebüsch und Gras. Acht Parkanlagen hat meine Tochter gezählt, hinzukommen der Bahndamm und anderes Gestrüpp. Selbst nachts sind Smilla und Findus oft unterwegs. Viele Nachbarn stellen ihnen Milch hin - die Katzen leben hier im Paradies, trotz Großstadt. Und ist die Katze gesund, freut sich bekanntlich der Mensch.

Auch mein Hund Joy liebt Münster. Schon morgens gehen wir an den Neckar. Zu Fuß ist das Ufer keine fünf Minuten entfernt. Manchmal nehmen wir auch das Fahrrad - ich radle und sie rennt nebenher. Auslauf hat der Mischling in Münster somit genug, trotz Leinenzwang. Am Neckarufer, hinter dem Kraftwerk, gibt es eine Art Hundewiese. Ein kühles Bad im Fluss oder Ballspielen ohne Ende halten meinen Mischling fit. Morgens um sieben ist die Welt in Münster für Joy und mich in Ordnung: Nach dem Gassigehen, kommen wir am Bäcker vorbei. Was brauchen Frauchen und Hund mehr zu Beginn des Tages?
 


Michaele Heske

05.10.2009 - aktualisiert: 16.11.2009 15:50 Uhr

 



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