Artikel aus der Filder Zeitung vom 06.10.2009
Fußball. Mit Ausnahme des SV Vaihingen tun sich die Filderteamsam fünften Spieltag der Bezirksliga schwer. Von Benjamin Schieler
Besonders Bay dürfte sich vorgekommen sein, als hätte er in der Woche zuvor im Training aus Versehen Arabisch oder Chinesisch gesprochen. Verstanden hat ihn offenbar niemand. "Da warnst du tagelang vor den Dingen, die dich gegen einen Tabellenvorletzten erwarten, und dann passiert das", klagt der Coach des SV Bonlanden II nach der 1:2-Auswärtspleite beim Aufsteiger TSV Münster. Mit einer Horde von Filigrantechnikern sei bei dem Gegner nicht zu rechnen gewesen. "Die kämpferische Einstellung war entscheidend", sagt Bay, "und da waren wir klar unterlegen."
So kam es, wie es trotz der Führung zur Halbzeitpause nach dem Tor von Fabian Rieker kommen musste. Die Münsteraner schossen den Ausgleich, witterten Morgenluft und trafen schließlich zum Sieg. "Nach dem Rückstand", sagt Bay, "sind wir nur noch nebenher gelaufen und hatten keine eigene Torchance mehr." Zum Pechvogel seines Teams avancierte Daniel Malek, dem vor dem 1:1 ein Rückpass unglücklich versprang und der vor dem 1:2 den Ball im Strafraum an die Hand bekam. Der Elfmeterpfiff blieb zwar aus, doch in der allgemeinen Verwirrung lag die Kugel wie auf dem Präsentierteller bereit, was der Kontrahent dankend nutzte.
Für Bay war es letztlich eine ärgerliche, weil vermeidbare erste Saisonniederlage, die ihm jedoch nicht den Schlaf rauben wird. Sein Credo: so etwas komme eben vor. Es bleibe der Blick nach vorn.
Damit liegt er auf einer Wellenlänge mit Ronald Englisch, der das 0:2 im Heimspiel seines TSV Plattenhardt II gegen den SV Gablenberg ebenfalls mit einer gewissen Fassungslosigkeit verfolgte. "Ich dachte eigentlich, wir wären mit denen auf Augenhöhe", sagt Englisch, um gleich zu folgern: "Ich habe mich wohl getäuscht." Überrascht hat den Trainer vor allem, wie sein Aufgebot innerhalb nur einer Woche sämtliche positiven Eigenschaften einer jungen, hungrigen Mannschaft habe verlieren können: Zweikampfstärke, Laufbereitschaft, den Glauben an sich selbst. "Da war nichts mehr von dem vorhanden, was wir am Spieltag zuvor trotz der Niederlage gegen Hoffeld gezeigt haben", sagt Englisch. Die unglücklichste Figur gab sein Torwart Sascha Friedl ab, der vor beiden Gegentoren den Ball nicht festhalten konnte.
Vielleicht hatte der Leistungsknick ja mit dem Ausscheiden des Kapitäns Markus Müller zu tun. Er musste nach 35 Minuten wegen einer Oberschenkelverletzung vom Platz. "Ohne ihn hat unser Kopf gefehlt", sagt Englisch. Ob Müller am nächsten Sonntag gegen den SV Bonlanden II wieder dabei sein kann, ist unsicher. Sicher weiß Englisch nur: "In diesem Derby muss ich keinen Spieler extra motivieren."
Während die Plattenhardter und Bonlandener dann also etwas gutzumachen haben, ist bei der Spvgg Möhringen das Wehklagen gerade noch erspart geblieben. Zweimal lag der Favorit gegen den Tabellenletzten KV Plieningen in Führung, zweimal kassierte er den Ausgleich, beide Male nach individuellen Schnitzern. Nach dem Gegentor zum 2:2 in der 87. Minute schwante dem Trainer Klaus Kulow schon Übles, als ihm Fabian Breede mit seinem zweiten Treffer des Tages doch noch einen erfreulichen Abschluss bescherte. Zuvor hatte schon Jakob Müller in sehenswerter Manier getroffen. Den Möhringern stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. "Es war kein gutes Spiel", sagt Kulow. Aber die Effektivität, zuletzt ein Problem der Mannschaft, habe diesmal gestimmt. Der Erfolg sei unter die Kategorie Arbeitssieg einzuordnen.
So richtig zufrieden konnte vom Filderquartett am Sonntag also nur einer sein: der SV Vaihingen. Der ist nach dem überlegenen 5:0-Auswärtssieg beim SV Grün-Weiß Sommerrain Tabellenzweiter. Und der Trainer Klaus Kämmerer konnte endlich einmal ein frühes Tor bejubeln. Bereits nach neun Minuten traf der nun auch in der Schützenliste der Liga führende Simon Gubisch zum 1:0. Im Anschluss kam der Gastgeber mehr durch Zufall als durch ansehnliche Spielzüge zwar zu zwei Lattentreffern, doch an der haushohen Überlegenheit der Vaihinger änderte das nichts. "Wir hatten Chancen im Minutentakt", sagt ein zufriedener Kämmerer.
Will heißen: keinerlei Anlass zum Ärgern und wenig Grund zum Eingreifen. Als Trainer ist man für solche Spiele doch sehr dankbar.
06.10.2009 - aktualisiert: 06.10.2009 06:01 Uhr
Bewegung zwischen Hoffen und Bangen 
Stadtbahn zur Messe: Ehrgeiziger Zeitplan 
Stadtbahn zur Messe: Ehrgeiziger Zeitplan 
Geschäft mit Bauplätzen soll angekurbelt werden 
"Nicht die üblichen Vorurteile bedienen" 
"Mit dem Hexenschuss war alles vorbei" 
Das Trio wird über Nacht zum Quintett 
]