Artikel aus der Filder Zeitung vom 06.10.2009

 

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Geschäft mit Bauplätzen soll angekurbelt werden

Kirchheim In der Ortschaft Nabern kommen jetzt auch Auswärtige zum üblichen Kaufpreis an ein Baugrundstück. Von Jürgen Veit
 

Für Nicht-Kirchheimer, die gerne welche werden würden, gibt es gute Nachrichten. Sie können künftig in der Ortschaft Nabern Baugrundstücke kaufen, ohne den sogenannten Auswärtigenzuschlag zahlen zu müssen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats waren die Kommunalpolitiker einstimmig dafür, den "Fremdenaufpreis" von 66 Euro pro Quadratmeter im Naberner Neubaugebiet Braike auszusetzen. Damit werden Bauwillige, die bisher nicht mindestens drei Jahre in der Teckstadt gelebt oder gearbeitet haben, ab sofort mit nur 360 statt 426 Euro pro Quadratmeter zur Kasse gebeten - mit jenem Preis also, den bisher auch waschechte Kirchheimer entrichten mussten.



Der Grund für das Entgegenkommen ist nicht etwa darin zu suchen, dass die Naberner unbedingt frisches Blut in ihren Reihen wünschen. Nein, das Baugebiet leidet seit 2007 schlicht unter "Vermarktungsschwierigkeiten", die laut einer Vorlage für den Gemeinderat "insbesondere auf den Auswärtigenzuschlag zurückzuführen" sei. Zwar sei die Nachfrage nach Bauplätzen nicht abgerissen, doch hätten sich viele Kaufinteressierte - "insbesondere Auswärtige" - wegen der hohen Preise gegen die Braike in Nabern entschieden. Das verwundert kaum, denn bei einer Grundstücksgröße von beispielsweise 570 Quadratmetern für ein Einfamilienhaus hätte ein auswärtiger Interessent 37 620 Euro mehr bezahlen müssen als ein einheimischer.



"Damit wurde Nabern als Zuzugsgebiet für Auswärtige völlig uninteressant", sagt der Ortsvorsteher Clemens Moll, "das war ein echtes K.-o.-Kriterium." Das kann mit Zahlen durchaus belegt werden. In den Jahren 2004 bis 2008 wurden in dem Neubaugebiet 27 der insgesamt 46 Grundstücke verkauft, nur eines davon ging mit dem Auswärtigenzuschlag über den kommunalen Verkaufstresen. Stetig gingen die Bauplatzveräußerungen zurück, im vergangenen Jahr wurde nur einer verkauft, in diesem Jahr bisher noch keiner.



Mit der Abschaffung des Zuschlags sollen die Geschäfte wieder angekurbelt werden. Bis Ende des Jahres 2011 können nun Auswärtige im Baugebiet Braike Grundstücke zum Einheimischenpreis kaufen. Dann soll überprüft werden, ob die Aussetzung den erhofften Anstieg an verkauften Flächen gebracht hat und deshalb weiterhin beibehalten werden kann.



Auch in der Gemeinde Bissingen gibt es eine sogenannte Bauvergaberichtlinie. Nach der konnten bisher nur Einheimische Baugrundstücke auf Gemarkung der Kommune erwerben. "Das haben wir konsequent angewandt", sagt Bürgermeister Wolfgang Kümmerle. Doch auch in Bissingen habe die Nachfrage in jüngster Zeit nachgelassen, weshalb auch hier der Gemeinderat umgedacht hat. Er beschloss, drei zentrumsnahe Baugrundstücke auf dem sogenannten Areal Kronegarten auch an Nicht-Bissinger zu verkaufen. Die müssten dann allerdings einen Auswärtigenzuschlag von zehn Euro bezahlen, womit der Quadratmeter Bauland im Kronegarten für sie mit 360 Euro zu Buche schlagen würde.
 

06.10.2009 - aktualisiert: 06.10.2009 06:01 Uhr

 

 



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