Artikel aus der Filder Zeitung vom 06.10.2009
Dienstagswort. Sabrina Roß von der Allianz Volley Stuttgart über ihre EM-Teilnahme und die Aussichten ihres Vereins. Von Susanne Degel
Frau Roß, haben Sie die Europameisterschaft gut überstanden?
Körperlich schon, aber geistig bin ich noch dabei, das Ganze zu verarbeiten. Ich denke, das wird noch zwei, drei Tage andauern.
Wie beurteilen Sie den vierten Platz der deutschen Mannschaft?
Momentan bin ich noch enttäuscht, dass es mit einer Medaille nicht geklappt hat. Aber da wir die Grand-Prix-Qualifikation erreicht haben und auch bei der nächsten EM wieder dabei sind, ist es schon ein toller Erfolg - vor allem für die junge Mannschaft, die wir haben.
Welchen Stellenwert hat die Platzierung für Sie persönlich?
Einen ganz, ganz großen. Es war meine erste EM überhaupt, und ich bin stolz, dass ich dabei sein durfte und all diese tollen Erfahrungen machen konnte.
Sie haben in Polen allerdings kaum Einsatzzeiten gehabt. Gab es einen bestimmten Grund dafür?
Ja, leider. Nach dem ersten Gruppenspiel gegen Italien habe ich im Training einen Hexenschuss bekommen. Damit war die EM für mich vorbei und ich durfte nur noch auf der Tribüne sitzen.
Das war sicherlich kein Vergnügen. . .
Nein, das war schrecklich. Vor allem, weil die Kulisse super war. In Lodz hatten wir am Wochenende 14 000 Zuschauer. Da tat es besonders weh, nicht spielen zu dürfen.
Bei ihrem Verein Allianz Volley Stuttgart sind Sie in ihrer Abwesenheit zur Spielführerin ernannt worden. Fühlen Sie sich geehrt?
Sogar sehr. Denn es ist schon eine große Aufgabe, ein Team auf dem Feld zu führen. Allerdings habe ich einen ganzen Kreis an Mitspielerinnen, die mich dabei unterstützen werden.
Sie sind erst am Montag aus Polen zurückgekehrt. Werden Sie heute schon mit dem Team trainieren?
(lacht) Nein, ich darf mich noch etwas erholen. Ich steige erst am Donnerstag wieder richtig ein.
Was trauen Sie der Mannschaft in der am 17. Oktober mit dem Spiel gegen Wiesbaden beginnenden Bundesliga-Saison zu?
Das ist eine schwierige Frage, denn so viel habe ich in den vergangenen Monaten gar nicht von meiner Mannschaft mitbekommen. Nur, dass man in höchsten Tönen von ihr schwärmt. Da wir uns aber kaum verändert und in Sabrina Duarte de Almeida und Atika Bouagaa zwei super Verstärkungen bekommen haben, glaube ich, dass wir ganz gut sein werden.
Wer ist ihr Favorit auf den Meistertitel?
Dass kann ich auch nicht einschätzen. Ich denke, es wird sich nach vier oder fünf Spieltagen zeigen, wer um den Titel mitspielen wird.
Und wo wird die Allianz bestenfalls stehen?
(lacht) Besser platziert als in der vergangenen Runde.
06.10.2009 - aktualisiert: 06.10.2009 06:01 Uhr
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