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Robbie Williams

Der Absturzexperte

Foto: dpa

Stuttgart - Drei Jahre hat Robbie Williams nichts von sich hören lassen. Jetzt ist er zurück, um wieder das Superstar-Stehaufmännchen zu spielen.

Die Verwandlung beginnt mit einem Schubser in Stuttgart. Der Moment, in dem klarwird, dass Robbie Williams nicht mehr der übergeschnappte Knilch ist, der er einst bei Take That war, sondern ein großartiger Entertainer mit dem Herzen eines Boxers. Es ist der, der im Februar 2001 von einem verrückten Fan von der Bühne der Schleyerhalle gestoßen wird - und wieder aufsteht.

Als Absturzexperte, aber eben auch als Stehaufmännchen hat sich Robbie Williams oft erwiesen. Zuletzt 2007, als er sich in eine Entzugsklinik in Arizona einweisen ließ. Irgendwie rappelt er sich immer wieder auf, hat inzwischen seine Villa in Los Angeles verkauft, ist in seine britische Heimat zurückgekehrt, hat sich in die Arbeit gestürzt, sich sogar mit seinem alten Songwriter Guy Chambers versöhnt, der bisher für alle wirklich großen Robbie-Williams-Hits zuständig gewesen ist, und veröffentlicht am 6. November sein neues Albums "Reality Killed The Video Star".

In der Vorabsingle "Bodies", die an diesem Freitag erschienen ist, gibt sich der 35-Jährige gewohnt überdreht, spielt zum nervös-drängenden Beat mit religiösen Provokationen und behauptet, dass es doch nur darum gehe, nackt gut auszusehen ("All we've ever wanted is to look good naked"). Dass Williams trotz dieser zur Schau gestellten Ausgelassenheit Stuttgart nicht überwunden hat, verrät aber die Ankündigung, dass er erst mal nicht auf Tournee gehen will, sondern nur ein einziges Konzert in London geben wird, das es dann als Kinofilm auf der ganzen Welt zu sehen gibt. Wenn er jetzt sagt, er fühle sich einer Tour nicht gewachsen, hat das auch mit dem zu tun, was damals in Stuttgart geschah.

Es passierte bei "Supreme". Robbie Williams sang gerade davon, dass die besten Frauen verheiratet und alle gut aussehenden Männer schwul sind. Da stürmte plötzlich ein Mann von hinten auf ihn zu, stieß ihn von der Bühne. Williams fiel zwei Meter tief in den dunklen Bühnengraben. Die Musik stoppte, und in der Schleyerhalle wurde es sehr, sehr still.
 

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