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Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 14.10.2009

 

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Im Frauenchor gibt der Jüngste den Ton an

Pattonville Die Barberlights Remseck feiern mit einem Konzert am 17. Oktober ihr 20-jähriges Bestehen. Von Sabine Baumert
 

Angefangen hat alles mit einem kleinen Zettel am Schwarzen Brett eines Remsecker Supermarkts, und zwar vor genau 20 Jahren: "Suche Barbershop-Sängerinnen" war da zu lesen. Geschrieben hatte den Zettel Toni Jandrey, die Gründerin und langjährige Leiterin der Barberlights. Jandrey hatte den Barbershop-Gesang in Schweden kennen gelernt und suchte nach ihrem Umzug nach Deutschland gleichgesinnte Sängerinnen.



"Wir wussten zwar damals nicht so recht, was Barbershop ist", erinnern sich Brigitte Lübbe und Gerda Reiß lachend. "Aber es klang einfach interessant." Und weil die Frauen es einmal mit einer anderen Freizeitbeschäftigung als Basteln, Handarbeiten oder Tennis versuchen wollten, haben sie sich auf die Annonce gemeldet - und sind dieser speziellen Gesangstechnik treu geblieben. Zusammen mit Tessica Kadenbach sind sie von Anfang an bei den Barberlights dabei. Natürlich wissen sie inzwischen längst, was es mit dem Gesang auf sich hat, der aus den Vereinigten Staaten von Amerika kommt und nach dem Raum benannt wurde, wo er ursprünglich ausgeübt wurde: dem Friseursalon.



"In der ersten Zeit haben wir noch bei Toni Jandrey im Keller ihres Hauses in Remseck-Hochberg geprobt", berichtet Brigitte Lübbe. Acht Frauen waren es damals. Doch als im Laufe der Jahre immer mehr Sangesbegeisterte dazukamen, mussten die Verantwortlichen des Chores nach anderen Probenorten suchen. In dieser Zeit haben die Sängerinnen schon in praktisch allen Teilorten Remsecks Proben abgehalten, in ganz verschiedenen Räumlichkeiten von eher nüchternen Schulräumen im Lise-Meitner-Gymnasium bis zum illustren Schloss. Seit einiger Zeit haben die Barbershop-Sängerinnen ihr Probendomizil nun im Bürgertreff Pattonville.



"Eine Zeitlang gab es bei uns in der Besetzung ziemlich viele Wechsel", erklärt Schriftführerin Inge Wolf. Doch inzwischen hat sich ein fester Stamm von etwa 30 Sängerinnen im Alter von 30 bis 70 Jahren herausgebildet. Dass die Damen so treu bei der Stange bleiben, ist sicher auch dem einzigen Mann der Truppe zu verdanken. Denn obwohl es bei den Barberlights auch eine Tenor- und Bassstimme gibt, ist es ein reiner Frauenchor, der sich allerdings anders anhört als andere. Markus Berkmann ist der dritte Dirigent in der Geschichte der Barberlights - und gleichzeitig der Jüngste der derzeitigen Besetzung. "Ich bin das Küken", lacht er. Der junge Mann mit den strahlenden Augen und dem gewinnenden Lächeln ist bei seinen Damen, die ihn freundschaftlich duzen, sichtlich der Hahn im Korb. Wenn man seine Probenarbeit beobachtet, versteht man auch gleich, wieso. Berkmann hat durchaus ein kritisches Ohr für die musikalischen Leistungen seiner Sängerinnen. Dabei formuliert er seine Verbesserungsvorschläge aber immer so freundlich, dass ihm keine böse sein kann.



Denn Arbeit sind die Proben, jetzt im Schlussspurt auf das Konzert hin, durchaus. Da wird noch an der Choreografie gefeilt, eine Stimmbildnerin sorgt dafür, dass die Sängerinnen aus ihren Stimmen das Beste herausholen. "Kontinuierliche Arbeit ist mir dabei sehr wichtig", erläutert Markus Berkmann. Und so ist einerseits die Stimmbildnerin regelmäßig alle vier bis sechs Wochen bei den Proben dabei. Andererseits kommen viele der Titel, die im Konzert zu hören sein werden, aus dem laufenden Repertoire, das beständig erweitert wird. Genaueres zum Konzertprogramm am Samstagabend will der Dirigent aber noch nicht verraten.



Besonderen Ansporn, "ein richtiges Barbershop-Doping", habe das Probenwochenende in der Evangelischen Tagungsstätte Löwenstein Ende September gegeben, berichten die Frauen. Dazu kam eigens Ase Hagerman als Trainerin aus Schweden. "Sie hat uns ein großes Stück vorangebracht", erzählt Gerda Reiß. Dass die Trainerin alles in Englisch erklärt hat, war für den Chor kein Problem. Die beiden gebürtigen Irinnen, die bei den Barberlights mitsingen, haben gedolmetscht.



Außer dem Konzert haben die Barberlights sich noch ein viel höheres Ziel gesteckt. Sie wollen Mitglied bei "Sweet Adeline", einer Art Barbershop-Weltverband, werden. "Doch dazu muss es in Deutschland erstmal eine richtige organisatorische Struktur für die Barbershopchöre geben", sagt Berkmann.
 

14.10.2009 - aktualisiert: 14.10.2009 06:01 Uhr

 

 




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