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Michael Jackson-Show

Erinnerungs-Tournee in Gefahr

Foto: dpa

Stuttgart – Die Nachlassverwalter von Pop-Ikone Michael Jackson wollen die geplante Europa-Tournee stoppen. Der Auftakt am 3. November in Stuttgart und alle weiteren Konzerte stehen zur Disposition. Demnach wollen Jacksons Nachlassverwalter die Tournee mit einem Urteil vor dem Landgericht Stuttgart stoppen. Ihr Argument: Mit der Show werde gegen den Willen von Jackson und auf dessen Kosten Profit gemacht. Zudem handele es sich nicht um Kunst, sondern um eine reine Kopie.

Die Show wird von dem Stuttgarter Konzertveranstalter Music Circus Concertbüro vermarktet. Produzent ist die Schweizer Firma Act Entertainment, die die Show vier Tage nach Jacksons Tod am 25. Juni angemeldet hatte. Nach Stuttgart soll sie in Berlin, Hamburg, Paris, Lyon und Zürich gastieren. Über 1000 der rund 4000 Karten wurden bereits verkauft.

In der zweistündigen Show schlüpft der Imitator William Hall in die Rolle des als „King of Pop“ verehrten Musikers und singt dessen bekannteste Lieder. Music Circus wirbt mit einem „Konzerterlebnis, verblüffend nahe am Original“ und verspricht „das Aussehen, die Stimme, die Mimik und Gestik des King of Pop“.

Der Anwalt des Veranstalters Music Circus Stuttgart, Christian Rassmann, sagte den Stuttgarter Nachrichten, es habe ein Treffen zwischen Michael Jackson und Imitator William Hall gegeben. Jackson sei von Halls Fähigkeiten begeistert gewesen, hätte dessen Auftritte geduldet. Martin Diesbach, Anwalt der Nachlassverwalter John Branca und John McClain, bestreitet die Abmachung: „Wir haben nichts dagegen, dass Herr Hall auf einer Betriebsfeier herumkaspert.

Bei dem Treffen mit Hall hat Jackson aber keinesfalls eingewilligt, dass Hall auf einer Europa-Tournee Hallen mit Jackson-Liedern füllen darf.“ Die Münchner Anwaltskanzlei Nörr, Stiefenhofer und Lutz will nun eine einstweilige Verfügung gegen Music Circus erwirken, um das Konzert und weitere Auftritte zu verbieten.

Das Landgericht Stuttgart will am 22. Oktober sein Urteil fällen. Richter Bernd Rzymann ist sich der Wirkung des Urteils bewusst. Es gebe viele ähnliche Imitations-Shows, unter anderem von der schwedischen Band ABBA oder den Rockern von Pink Floyd. Bisher wurde noch keine verboten. „Wir betreten hier Neuland“, so Rzymann. Damit argumentiert auch Christian Rassmann, der Anwalt von Music Circus. „Ein Verbot würde schlagartig ein gesamtes Show-Genre wegfegen“, meint er.
 

Jonas-Erik Schmidt

14.10.2009 - aktualisiert: 15.10.2009 08:03 Uhr

 



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