Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 15.10.2009
Hangtime - Kein leichtes Spiel
Rasantes Sportdrama
Nach dem plötzlichen Unfalltod der Eltern müssen sich zwei Brüder alleine durchschlagen. Georg, der Ältere von beiden, kümmert sich um den jüngeren Vinz kümmern und hängt dafür seine Basketballkarriere an den Nagel. Als der kleine Bruder schließlich alt genug ist, um selbst eine Karriere als Basketballprofi beginnen zu können, kommt es zum Konflikt zwischen beiden - denn Vinz hat ganz andere Pläne im Kopf, als in die Fußstapfen seines Bruders zu treten. Zumal er sich jetzt auch noch in die junge Kathi verliebt hat.
Sportfilme laufen eigentlich immer nach dem gleichen Schema ab. Da gibt es den "Underdog", der sich trotz aller Widrigkeiten seines sozialen Umfelds nach oben kämpft und es am Ende möglicherweise tatsächlich in die Elite schafft. Auch das Kinodebüt des TV-Regisseurs Wolfgang Groos gibt sich hier nicht anders. So mangelt es dem Drehbuch mitunter an eigenen Ideen.
Was den Streifen jedoch wohltuend von gleichartigen Filmen unterscheidet, sind seine gestalterischen Mittel. Rasant geschnittene Szenenübergänge, Bildverfremdungen, ein hervorragendes Sounddesign und eine einfallsreiche Kameraarbeit machen den Film zum kurzweiligen Erlebnis. Ehe man es sich versieht, fiebert man bereits mit den sympathischen Darstellern dem großen Finale entgegen.
Wolfram Hannemann
15.10.2009 - aktualisiert: 15.10.2009 13:27 Uhr