Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 16.10.2009

 

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Beide grüne Bauwagen dürfen voraussichtlich bleiben

Stetten. Ausschuss genehmigt Treff beim Klärwerk. Mitarbeiter von der mobilen Jugendarbeit sind eingebunden. Von Sascha Sauer
 

Einen Ort ganz für sich haben im vergangenen Jahr rund 15 Jugendliche aus Kernen und Weinstadt geschaffen. Auf einer Wiese direkt neben dem Klärwerk Stetten haben sie zwei Bauwagen aufgestellt, Gestrüpp entfernt und Schotter gelegt. Da es an Gemütlichkeit nicht fehlen sollte, wurden eine Sofagarnitur, Barhocker und ein kleiner Ofen angeschafft.



Allerdings waren die Jugendlichen ihr Projekt etwas zu blauäugig angegangen. Das Baurechtsamt hat sich eingeschaltet. Da die Wagen dauerhaft im Außenbereich stehen, gelten sie als "bauliche Anlage" und brauchen eine baurechtliche Genehmigung. Diese musste her, sonst drohte die Räumung. Was also tun?



Glücklicherweise fanden die Jugendliche in Bürgermeister Stefan Altenberger einen Fan ihres Projekts. "Wenn es nach mir ginge, würde ich die Bauwagen stehen lassen", sagte der Bürgermeister bereits im vergangenen Sommer. Die Gemeinde hatte sich daraufhin der Sache angenommen und eine Genehmigung beantragt.



"Ausnahmen sind zulässig", sagte der Kernener Beigeordnete Hans König in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses. So wurde der bisher autonome Jugendtreff am Haldenbach kurzerhand in die Neukonzeption der mobilen Jugendarbeit Kernen mit eingebaut. Auch den Naturschutz betreffende Fragen wurden geklärt. Jetzt soll der Treff allen Jugendlichen offen stehen. "Die Mitarbeiter der mobilen Jugendarbeit werden künftig also regelmäßig bei den Bauwagen vorbeischauen." Die Räte des Technischen Ausschusses haben dem Verbleib der Bauwagen einstimmig zugestimmt. Die Genehmigung gilt allerdings nur so lange, wie der Treff in die Konzeption der Mobilen Jugendarbeit eingebunden ist. CDU-Gemeinderat Walter Zimmer, Vater von zwei der Beteiligten, war allerdings bei der Abstimmung befangen und verließ den Saal. Er hat für die Jugendlichen das betreffende Wiesengrundstück gepachtet und stets dafür plädiert, den Jugendlichen ihr Refugium zu erhalten.



Jetzt muss auch noch das Baurechtsamt beim Landratsamt grünes Licht für die Bauwagen als Jugenddomizil im Außenbereich geben. Erste Signale der Waiblinger Beamten fielen positiv aus. Beigeordneter König hat sowohl Gespräche mit dem Naturschutz als auch mit dem Baurechtsamt geführt. "Die Vorlage des Baugesuchs ist mit dem Landratsamt abgestimmt", sagte er. Er rechne damit, dass die Bauwagen stehen bleiben dürfen.
 

16.10.2009 - aktualisiert: 16.10.2009 06:01 Uhr

 

 



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