Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 16.10.2009
Winnenden Das Aktionsbündnis Amoklauf will in Stuttgart so genannte "Killerspiele" einsammeln. Von Annette Clauß
Hardy Schober spricht von "Drohungen schlimmster Art", die das Aktionsbündnis und seine Förderer wegen der Container-Aktion derzeit erhielten. "Ich weiß nicht, wovor die Angst haben. " Er rechne damit, dass es am Container zu Protesten und Auseinandersetzungen kommen könnte. Da der Sammelbehälter aber in unmittelbarer Nachbarschaft zum Landtag und damit innerhalb der Bannmeile stehe, in deren Bereich Versammlungen und Demonstrationen grundsätzlich verboten sind, gehe er davon aus, dass die Polizei präsent sein werde. Zusätzlich habe das Bündnis für Samstag einen privaten Sicherheitsdienst beauftragt. Die Mitglieder des Aktionsbündnisses seien bereit, Gespräche zu führen, "aber die Erfahrung zeigt, dass diese kaum fruchten". Er könne die vehementen Reaktionen nicht nachvollziehen, sagt Schober - schließlich sei die Aktion eine freiwillige Sache.
Die Schreiber von mehr als 200 Emails sehen die Vernichtungsaktion in einem anderem Licht. Die gemäßigteren unter ihnen bezeichnen sie als "populistisch", andere sprechen von einer "öffentlichen Beseitigung von Kunstwerken, die für erwachsene Menschen entwickelt wurden". Auch der Nazivergleich bleibt nicht aus: "Es drängt sich das Bild der Bücherverbrennung von 1933 auf."
16.10.2009 - aktualisiert: 16.10.2009 06:03 Uhr