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Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 19.10.2009

 

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42-mal Frauenpower und ein männlicher Stimmbändiger

Remseck/Pattonville Die Barberlights bringen beim Jubiläumskonzert die Gemeindehalle in Remseck zum Kochen. Von Roland Bernhardt
 

Die Barberlights rissen beim Jubiläumskonzert zu ihrem 20-jährigen Bestehen die Zuhörer in der Gemeindehalle Aldingen von den Sitzen. So hatte es sich Chorgründerin Toni-Helena Jandrey vorgestellt, als sie 1989 die Barberlights gründete: Frauenpower auf der Bühne und ein begeistertes Publikum. Vor 20 Jahren wollte sie, die extra für das Konzert von Hamburg angereist war, nicht Volkshochschulkurse oder Joggen als Hobby wählen, sondern ausgerechnet Barbershop-Gesang, eine Männerdomäne aus den USA.



Am Samstag stand ein 42-köpfiges singendes, tanzendes und rockendes Frauenensemble auf der Bühne, das den 450 Besuchern gewaltig einheizte. Auf ihr Konzert waren die Sängerinnen bestens vorbereitet: Die Akteurinnen üben ihren vierstimmigen Gesang einmal in der Woche im Bürgertreff Pattonville, wobei jede Sängerin ihren Part mit einer CD, also ohne Noten, zu Hause gründlich einzustudieren hat. Bis auf wenige Ausnahmen wird Englisch gesungen. Analog zum Männerchor gibt es vier Stimmen: "Lead", die führende Melodiestimme, die Mittelstimme "Baritone", den "Bass" für tiefe Lagen, manchmal sogar unter Männerstimmen, und den sogenannten "Tenor" für die Überstimmen. Sangen die amerikanischen Barbershop-Sänger auch aus Langeweile, so singen die Barberlights aus reiner Lust an Gesang und Bewegung. Schwer zu sagen, was imponierender wirkt, der abgestimmte Gesang oder die genaue Choreografie mit Tanzschritten, Drehungen und Händen, die als Ausdrucksmittel genutzt werden.



Markus Berkmann, "Stimmbandbändiger" von so viel Frauenpower, leitete ohne Pult und Noten sicher durch den Abend, bewies mit langer Perücke, Rockerjacke und rosa Fahrrad - oder wahlweise elegant -, dass er den Dingen humorvoll gewachsen ist. Schwäbisch knitz mit einer gehörigen Portion Schlitzohrigkeit führte Doris Wolf durchs Programm, vergaß auch nicht aktuelle und frühere Protagonisten des Ensembles zu erwähnen. Das Programm reichte von Swing über Rock zu Flowerpower, den Sixties bis in die Moderne. Und schon beim Eröffnungssong, dem Charleston, erkannte man das Markenzeichen des Chores, die synchron bewegten Hände. Weite Bögen und gute Aussprache kennzeichnen "Over The Rainbow", während in "That Old Feeling" viel Text - auswendig - untergebracht werden muss. Das Publikum ist immer präsent, applaudiert, ruft und agiert mit. Ein Genussstück der Barberlights ist "Barbara Ann" mit viel Swing, Händen, Bewegung. Das Quartett Four Tunes und das Doppelquartett Double Time bereichern den Auftritt mit "I"m Singing In The Rain", ernten mit einem ironisch-frechen Lied über den "Traummann" Jubelstürme. Zu jedem Thema trat der Chor in anderem Habitus auf. Kurzes Anstimmen in "What A Wonderful World", wo das feine Piano und die Leadstimmen dominierten, die Bassstimmen führten einige Titel an, gerieten aber beim flotten Abba-Medley an untere Grenzen. Die Rocking Hippos, eine Tanzformation aus Ludwigsburg, Clown Kampino und der Jongleur Michael Janke bereicherten den Abend mit Rock"n"Roll, Komik und sehenswerten Jongleur-Kunststücken.
 

19.10.2009 - aktualisiert: 19.10.2009 06:00 Uhr

 

 




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