Heinz Schultz kommt eigentlich aus Bremen. Nach dem Krieg 1945 verschlug es ihn, wie so viele, in eine ganz andere Ecke des zerteilten Landes. Schultz heuerte im Kreis Göppingen als Knecht an. Als Junge aus dem hohen Norden hatte er natürlich seine Schwierigkeiten mit dem derben Gschwätz der schwäbischen Bauernfamilie. "Ich verstand schon die meisten Arbeitsanweisungen nicht", schreibt uns unser Leser. Schlimmer noch: Auch bei den Wortwechseln zu Tisch kam er sich angesichts der stark differierenden Wortschätze des einstigen Nieder- und Hochdeutschen nicht selten fremdländisch vor.
Eines Tages, es roch in der Küche nach einer ihm unbekannten Mahlzeit, ging der Neuankömmling an den Herd. Er hob den Deckel und schnupperte hinein. Der Köchin - was Wunder - gefiel das nicht, also schalt sie ihn: "Häfelesgugger!" Heinz verstand nicht; trotzdem ging er frohgemut ins Esszimmer , um den Gästen die Kunde zu verbreiten: "Heute gibt es Häfelesgugger." Der Saal voller Schwaben hatte seinen Spaß. Und ein Gesprächsthema beim Essen. Heute, 64 Jahre später, lebt der Bremer immer noch hier. Heimlich in die Töpfe schaut er nicht mehr - seinen Spitznamen hat er trotzdem weg.
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