Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 23.10.2009
Kernen. Außer dem Amtsinhaber treten zur Beigeordnetenwahl am24. November zwei weitere Kandidaten an. Von Hans-Dieter Wolz
Alle drei Bewerber sind höchst qualifiziert - diese Information machte gestern schon die Runde. Auch Namen der Gegenkandidaten werden in Gemeinderatskreisen bereits genannt: Horst Schaal, der Leiter des Bau- und Umweltamtes in Ebersbach an der Fils, und Eberhard Kübler, der im Juni überraschend und mit ausgesprochen knappem Stimmenergebnis die Wiederwahl als Technischer Beigeordneter in Korntal-Münchingen verfehlte. Horst Schaal wohnt in Strümpfelbach und ist den Bürgervertretern schon vom Besuch des Gemeinderats Kernen bei den Kollegen im befreundeten Ebersbach bekannt. Wie es heißt, stellen sich alle Kandidaten in diesen Tagen den Fraktionen vor.
Im offiziellen Bewerbungsverfahren sollen die Gemeinderäte zuerst in nichtöffentlicher Sitzung Einblick in die Unterlagen bekommen, bevor die Kandidaten sich in öffentlicher Sitzung am Dienstag, 24. November präsentieren. Beigeordnete werden vom Gemeinderat für eine achtjährige Amtsperiode bestimmt.
Alle drei Kandidaten sind den Informationen zufolge zwischen 55 und 59 Jahre alt und ausgesprochen erfahrene Bauamtsleiter. Hans König ist der älteste von ihnen. Er steht etwa sechs Jahre vor dem Pensionsalter, kann also die achtjährige Amtszeit nicht mehr vollenden. Andererseits könnte er ohne Einarbeitungszeit nach seiner Wiederwahl weiter agieren. Der UFW-Fraktionsvorsitzende Hans Dietzel, der mit den zwei Gegenkandidaten bereits kurz gesprochen hat, sagt: "Sie sind alle drei trotz des etwa gleichen Alters ganz unterschiedliche Persönlichkeiten."
Unter solchen Vorzeichen steht der Gemeinderat vor einer spannenden Wahl, die eine persönliche Entscheidung jedes Gemeinderats sein wird, wie Hans Dietzel ebenso wie der Fraktionsvorsitzende der SPD Hans Peter Kirgis voraussagt. Dietzel sagt, wie er an die schwierige Entscheidung herangeht: "Ich werde mir die Frage stellen: Was kann der Mann uns für die nächsten Jahre bieten?" Es wird nun die Frage sein, ob die Mitgliedschaft Hans Königs in der CDU für die anderen Fraktionen eine Rolle spielen wird. Er saß zwar lange Jahre für die CDU im Kreistag, hat aber im Rathaus keine Partei-, sondern reine Sachpolitik betrieben. Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Wersch will erst einmal unvoreingenommen alle Bewerber kennenlernen und dann eine Entscheidung fällen. Er sagt aber auch: "Hans König hat in den vergangenen acht Jahren seine Arbeit gut gemacht und auch in der bürgermeisterlosen Zeit die Gemeinde vorangebracht. Für uns gibt es keinen Grund, mit seiner Arbeit unzufrieden zu sein."
23.10.2009 - aktualisiert: 23.10.2009 06:00 Uhr
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