Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 23.10.2009

 

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Oliver Merkelbach ist jetzt mal weg

Fußball Der Einwechselspieler, 28, gehört ab sofort nicht mehr zum Landesliga-Aufgebot des SV Fellbach. Ein ungeschickter Zeitpunkt - auch für ihn: Vor dem Heimspiel heute Abend gegen den TSV Münchingen hat Trainer Lothar Buckenberger Personalsorgen. Von Thomas Rennet
 

Ein paar Kilometer weiter, in Torjubelhörweite, macht der Trainer alles ganz anders. Markus Babbel wechselt beim VfB Stuttgart das Personal in rasanter Folge. Mal spielt der eine, mal der andere. Da darf Roberto Hilbert, so etwas wie die Karikatur eines Bundesliga-Sportlers, über Spieltage hinweg den forschen Fehlpass als Markenzeichen pflegen, ehe er dann doch aus dem Kader verschwindet. Da darf Ricardo Osorio, ein zuverlässiger Fußball-Profi mit 71 Länderspielen für Mexiko, den Tribünenplatz wärmen und nicht eine Sekunde spielen, ehe er dann doch in der Stammformation auftaucht. Die Logik muss wohl, ahnen geplagte Stadionbesucher, aus dem Würfelbecher kommen.



Dort, wo man den Torjubel aus der Mercedes-Benz-Arena hören kann, wenn der Wind günstig steht und ausnahmsweise auch mal das Spiel, hält der Trainer nichts vom turbulenten Tauschgeschäft. Bei Lothar Buckenberger und dem SV Fellbach dürfen für gewöhnlich höchstens zwölf, dreizehn Spieler auf einen Platz in der Startelf hoffen. Der Rest ist mehr oder weniger weit weg. Auch diese Arbeitsweise ist nicht leicht zu moderieren, zumal der SV Fellbach das Landesliga-Geschehen in dieser Saison mit einem kaum weniger umfänglichen Kader aufgenommen hat als der bekannte Club ein paar Kilometer weiter. Zu groß ist in diesen Wochen die Zahl der immer gleichen Zuschauer im Aufgebot. Deshalb hat Lothar Buckenberger unlängst die jungen Hintersassen Julian Horber, Dionis Kelmendi, Patrick Gürzing und Marcel Thiersch - abgesehen von einem Trainingsabend pro Woche - zur zweiten Mannschaft delegiert. Und deshalb wollen die Fellbacher für die Akteure mit wenig Spielzeit im Ligabetrieb - auch in Reihen der zweiten Formation - regelmäßig Testspiele austragen. Eines haben sie schon vor eineinhalb Wochen absolviert, dabei den Gegner TB Untertürkheim mit 8:2 besiegt. Zuweilen hilft in Personalfragen aber nicht mal mehr ein offizielles Gespräch mit der Abteilungsleitung sowie den Trainern Lothar Buckenberger und Harald Janik: Im Falle Oliver Merkelbach ist die Versöhnung am Mittwochabend ausgefallen. Verein, vertreten von Abteilungsleiter Mathias Fischer sowie Vize-Abteilungsleiter Jochen Pflüger, und Spieler haben sich in beiderseitigem Einvernehmen getrennt - noch vor der Heimpartie heute Abend, 19.30 Uhr, gegen den TSV Münchingen. Der 28-Jährige, notorisch unzufrieden, wollte sich mit seiner Rolle als Einwechselspieler nicht länger abfinden. "So wäre da jetzt nur Unruhe reingekommen", sagt Mathias Fischer.



Ein wenig ungeschickt ist der Zeitpunkt dennoch - für Verein und Spieler. Denn gerade jetzt hat Lothar Buckenberger erstmals Personalsorgen. Aus dem Kontingent der zwölf, dreizehn Stammkräfte fehlen heute Abend Claudio Vulcano - der Bankkaufmann studiert nebenbei Betriebswirtschaftslehre -, Manuel Schmid, Stefan Zipponig (beide mit Muskelverletzungen) und dazu auch noch Schlussmann Isaac Amoh mit anhaltenden Schulterproblemen. Oliver Merkelbach hätte wohl von Beginn an gespielt, wäre er denn noch da. Stattdessen rückt der USA-Heimkehrer Steffen Eberle erstmals in dieser Landesliga-Saison in die Anfangsbesetzung. Ebenso Dennis König.



SV Fellbach: Hirschmann - Fichter, Hinderer, Eberle, Fleischer, Fürst, Kärcher, König, Cutura, Hoffmann, Marinic.
 

23.10.2009 - aktualisiert: 23.10.2009 06:01 Uhr

 

 



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