Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 30.10.2009
Fellbach. Bis zu 20 Prozent mehr soll die Nutzung der Schwimmhalle im Hallenbad kosten, zehn Prozent mehr will die Stadt fürs Freibad. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Von Gerhard Brien
Der Eintritt ins Freibad und ins Hallenbad wird im nächsten Jahr deutlich teurer. Das hat eine Mehrheit im Gemeinderat gegen die Stimmen von SPD und Grünen beschlossen. So wird die Tageskarte im Freibad um knapp 10 Prozent von 3,20 Euro auf 3,50 Euro teurer, auch der Preis für die Zehnerkarte wird entsprechend von 28 auf 31 Euro angehoben. Moderater sind die Aufschläge bei Saisonkarten, die künftig 80 Euro kosten, zwei Euro mehr als bisher. Die Preiserhöhungen für Familienkarten sind in den Vorberatungen noch abgemildert worden, sie liegen jetzt bei plus 4,5 Prozent. Zwischen 7 und 12 Prozent liegen die Aufschläge für ermäßigte Eintrittskarten und Saisonkarten für Jugendliche. Kräftiger langt die Stadtverwaltung bei den Hallenbadpreisen zu. Die Tageskarte für Erwachsene wird auf 2,90 Euro erhöht, das sind 20 Prozent mehr als bisher. Die Zehnerkarte wird um 22 Prozent teurer und kostet künftig 27 Euro (bisher 22). Auch die ermäßigten Eintrittspreise für Kinder, Jugendliche, Schüler, Studenten, Schwerbehinderte, Wehrpflichtige und Zivildienstleistende werden mit Steigerungsraten zwischen 15 und 18 Prozent angehoben. Die Sauna verteuert sich um 4 bis 9 Prozent.
Der Erste Bürgermeister Günter Geyer rechtfertigte die Erhöhungen damit, dass die Preise seit 2007 nicht angepasst wurden und umliegende Bäder teilweise teurer seien. Deren Tageskarten-Preise für die Freibäder liegen zwischen 2,90 Euro (Waiblingen) und 4 Euro (Leonberg), den Mittelwert gibt Geyer mit 3,50 Euro an. Der künftige Eintrittspreis im Fellbacher Freibad liege also genau im Durchschnitt. Das Freibad erwirtschaftet jährlich Verluste von mehr als 800 000 Euro, jeder Besuch musste im vergangenen Jahr mit 8,83 Euro aus der Stadtkasse bezuschusst werden. Im Hallenbad ist die Situation noch prekärer. Das Defizit ist nicht mehr weit von einer Million Euro entfernt, jeder Besuch musste 2008 mit durchschnittlich 13 Euro bezuschusst werden. Von den Preiserhöhungen erwartet der Finanzbürgermeister zusammen genommen eine Senkung des Defizits um knapp 23 000 Euro.
Die SPD im Gemeinderat lehnte die Preisaufschläge rundweg ab. Der Vergleich mit Bädern der Umgebung beziehe sich auf sehr unterschiedliche Angebote, sagte der Stadtrat Harald Raß. Insbesondere das Fellbacher Hallenbad könne nur noch als "Minimalangebot" bezeichnet werden, eine Preiserhöhung um 20 Prozent sei überzogen. Raß: "Da sollen wohl die alten Bäder vor der Schließung noch hochgestuft werden, damit der künftige Sprung nicht so hoch ausfällt". Dabei falle die Defizitsenkung eher gering aus. Auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende Agata Ilmurzynska stellte den Nutzen der Erhöhung in Frage. Das Defizit sinke nur geringfügig, aber eine Preiserhöhung zum Beispiel für Kinder-Einzelkarten um zehn Prozent sei in Zeiten der Wirtschaftskrise, schrumpfender Einkommen und wachsender Arbeitslosigkeit schwer vermittelbar: "Wir werden mit dem Vorwurf der Abzocke konfrontiert und womöglich mit einem Besucherschwund."
Dagegen hält der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler und Freidemokraten, Ulrich Lenk, die Erhöhung der Preise fürs Freibad für angemessen, das Bad sei "vergleichsweise attraktiv". Das Hallenbad gehöre zwar nicht zu den besten, ein Defizit pro Besucher von 13 Euro sei allerdings "ganz schön viel". Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Spieth hält die Preise für "durchaus moderat". Spieth: "Die Wirtschaftskrise ist kein Grund, auf Einnahmen zu verzichten". Denn die Kommunen seien von der Krise ebenfalls betroffen. Bei zwei Enthaltungen und zehn Gegenstimmen wurden danach die neuen Preise mit der Mehrheit von CDU und FW/FD abgesegnet. Sie gelten ab 1. Januar 2010.
30.10.2009 - aktualisiert: 30.10.2009 06:01 Uhr
Die Lebensaufgabe für Eltern der Amokopfer 
Der Hammer-Vorschlag aus dem Publikum kommt garantiert 
Tierische Überraschung bei der Zwetschgenernte 
Wer definiert den rechten Rand der CDU? 
Standesbeamte haben wieder mehr zu tun 
Der Seriensieger verliert - im Pokal 
Bei Wutanfällen jedesmal die Notrufnummer gewählt 
Stefan Doll ist längst unverzichtbar 
Den ganzen Tag in guten Händen 
]