Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 11.11.2009
Aspach Kommune will von 2020 an den Energiebedarf selbst decken. Von Martin Tschepe
Seit Mitte dieses Jahres seien im Rahmen des Projekts "Bürgersolaranlagen" mehrere Fotovoltaikeinheiten mit einer Spitzenleistung von zusammen rund 140 Kilowatt peak (kWp) auf einigen Gebäudedächern in Aspach installiert worden. Bis Jahresende seien weitere 30 bis 60 kWp geplant. Die Projektgruppe setzte ferner auf Biogas, eine Anlage stehe kurz vor der Fertigstellung, eine weitere solle im kommenden Frühjahr gebaut werden. Zudem finde seit kurzem im Rathaus regelmäßig Energieberatung statt. Die Arbeit der Gruppe sei noch lange nicht beendet, heißt es in der Mitteilung weiter.
Der Leiter des Gesamtprojekts, der Chef des Aspacher Ordnungsamts Albert Dietz, hat jetzt auf Anfrage eingeräumt, dass die Kommune aus heutiger Sicht kaum in der Lage sein werde, den lokalen Energiebedarf bis in rund zehn Jahren komplett selbst zu decken. Dieses Ziel sei allenfalls dann zu erreichen, wenn "wirklich alle in der Gemeinde" mitziehen, sprich, wenn auf nahezu allen Dächern in Aspach Fotovoltaikanlagen installiert würde und wenn vielerorts Biogasanlagen entstünden. Die rund 140 Kilowatt peak der bestehenden Voltaikanlagen könnten rein rechnerisch mehrere Dutzend Haushalte mit Strom versorgen - immerhin.
Im Rahmen des Gesamtprojekts, das seit gut zwei Jahren läuft und das vom Landesumweltministerium gefördert wird, haben sich die beteiligten Bürger und Gemeindebediensteten freilich längst nicht ausschließlich mit dem Thema Energie befasst. Sie haben eine ganze Reihe von Zielen erarbeitet, die einfacher zu erreichen sein dürften als die Aspacher Energieunabhängigkeit. Eine Arbeitsgruppe hat sich mit den Dorfzentren befasst. Ganz konkret ist laut Dietz geplant, im Teilort Allmersbach am Weinberg, in dem knapp 1000 Menschen leben, ein kleines Lebensmittelgeschäft anzusiedeln.
Die Projektgruppe Bürgerbegegnung und Bürgerbeteiligung hat erreicht, dass die Kommune eine Koordinationsstelle für bürgerschaftliches Engagement mit einer hauptamtlichen Teilzeitkraft besetzen will. Dieses Büro solle zu einem festen Ansprechpartner für die Bürger, die Vereine, die Kirchen, die Unternehmer und anderen Gruppierungen werden. Es gehe darum, vorhandene Angebote zu koordinieren und neue zu schaffen. Ferner sind laut Dietz folgende Projekte geplant: die Ausschilderung eines Höhenwanderwegs von Rietenau über Kleinaspach bis nach Sinzenburg, ein Dorfplatz für Großaspach sowie der Ausbau der frühkindlichen Förderung.
11.11.2009 - aktualisiert: 11.11.2009 06:03 Uhr
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