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Verbraucherschützer

Warnung vor Mogelpackungen

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Foto: AP

Stuttgart - Der Konkurrenzkampf im Einzelhandel treibt unschöne Blüten: Weil Verkäufer und Hersteller es nicht wagen, die Preise zu erhöhen, verkleinern immer mehr Anbieter die Verpackungen - und verlangen das gleiche Geld.

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Eine Packung Geschirrspüler-Tabs, bei der der Inhalt drastisch reduziert wurde; eine Packung Dosenfisch, die viel weniger Fisch und dafür mehr Soße enthält oder eine Tüte Keksrollen, die sich bei näherem Hinsehen als reichlich luftige Angelegenheit erweist - mit solchen Tricks versuchen die Firmen, unbemerkt die Preise zu erhöhen. Die Verbraucherschützer stoßen dabei auf immer neue Methoden, mit denen Konsumenten über den wahren Preis in die Irre geführt werden. "Die Methoden der Hersteller sind immer subtiler geworden", erklärt Armin Valet, Lebensmittelchemiker bei der Verbraucherzentrale Hamburg, gegenüber unserer Zeitung.

Erleichtert werden die verdeckten Preiserhöhungen dadurch, dass in den vergangenen Jahren die Vorschriften für standardisierte Verpackungsgrößen immer weiter gelockert worden sind. Dies erschwert den Preisvergleich. Die Sprecherin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Evelyn Keßler, kritisiert daher, dass viele Geschäfte die Grundpreise, mit denen sich die Kosten besser vergleichen lassen, nur in schwer lesbarer Form angeben.

Geänderte Verpackungsgrößen:
www.vzhh.de/~upload/vz/VZTexte/TexteErnaehrung/Weniger_drin_Preis_gleich.htm#GrundpreisimHandel

Luft in Tüten:
www.vzhh.de/~upload/vz/VZTexte/TexteErnaehrung/Mogelpackungen%20Luftpackungen.htm

Überteuerte Großpackungen:
www.vzhh.de/~upload/vz/VZTexte/TexteErnaehrung/Grosspackung%20teurer.htm

Verbraucherzentrale Baden-Württemberg (mit Formular zur Meldung von Beschwerden über irreführende Verpackunggrößen):
www.vz-bawue.de/UNIQ125795514316117/link529211A.html
 

Klaus Köster und Walther Rosenberger

25.01.2010 - aktualisiert: 25.01.2010 16:07 Uhr

 


Lesermeinungen
27.01.2010 10:10
Autor: Carl Becker

Wenn die gesetzlichen Regelungen, die solche Dinge legalisieren, nicht vorhanden wären, wären die Unternehmen nicht in der Lage so zu handeln. Es ist allerdings eine Tatsache, dass in Deutschland eine ziemlich ausgeprägte Lobby am Werke ist, die dafür sorgt, dass die Unternehmerposition gegenüber der Verbraucherposition führend ist. Beispiele für sogenannte Mogelpackungen gibt es genug.
Ein Hersteller von Marmelade zum Beispiel ändert seine Glasgröße von über 300 g auf jetzt 240 Gramm, verlangt aber weiterhin den alten Preis. Kaschiert wird die Änderung mit einer neuen Glasform, die aufgrund der größeren Höhe den Kunden verwirren kann. Andere Beispiele sind die Produkte eines großen deutschen Tiefkühlfischherstellers, bei denen der Fischanteil reduziert wurde - angeblich auf Kundenwunsch. Oder ein gewisser Hersteller von Schokoriegeln, bei dessen Produkt das Gewicht gesunken ist, allerdings so schlecht auf der Verpackung vermerkt, dass man es leicht übersehen kann. Auch hier wird der Kundenwunsch als Grund dafür angegeben - wer's glaubt...

Lamentieren hilft hier nicht mehr viel. Der Verbraucher hat aber, ähnlich wie das unsere französischen Nachbarn seit längerer Zeit gut hinbekommen, die Möglichkeit eine Waffe in diesem Kampf zu nutzen: Boykott dieser Produkte.

 

26.01.2010 12:57
Autor: Andrea

Ich bin nicht bereit, mich in die Masse der unmündigen Verbraucher einzureihen. Jeder ist für seine Einkäufe selbst verantwortlich. Preise vergleichen ist möglich - und wenn nicht "Geiz ist geil" meine Einkäufe lenkt, sondern ein klarer Blick auf die Ware, die ich will, dann schaffe ich es auch, eine Mogelpackungen nach Hause zu tragen.

Vielleicht lernen auch die Deutschen irgendwann, dass Lebensmittel einen Wert haben, den man bezahlen muss.

 

25.01.2010 19:51
Autor: Wolfgang Scheu

Es scheint im Zulassen idiotischer Verpackungsgrößen bzw. -mengen die behördlich tolerierte Verbrauchertäuschung allzu offensichtlich. Kaufen wir diesen ganzen Krampf doch einfach nicht, dann wird der Spuk bald ein Ende haben! Die Macht der Verbraucher liegt nicht in wehleidigem Jammern sondern vielmehr in ihren (Kauf)Entscheidungen.

 

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