vom 13.11.2009
Frauenkopf. Die Veranstaltungsreihe am Frauenkopf soll wiederbelebt werden. Zum Auftakt kommt ein Puppenspieler. Von Judith A. Sägesser
Um "Kultur am Frauenkopf" ist es in letzter Zeit ruhig geworden. Was ist los?
Schmeel: Wir hatten Sendepause, weil wir ein paarmal Enttäuschungen erlebt haben, und irgendwie war die Motivation dann weg. Aber viele haben uns gefragt: Warum macht ihr nichts mehr? Und irgendwas muss hier ja stattfinden. Also haben wir gesagt, wir fangen wieder an.
Welche Enttäuschungen?
Schmeel: Es kamen nur wenige Leute.
Seit wann gibt es "Kultur am Frauenkopf"?
Matheisl: Seit neun Jahren.
Und in den ersten Jahren lief es gut?
Matheisl: Da lief es ganz ordentlich. Dann kam der Umbau der Kirche, unseres Veranstaltungsorts. Na und vor dem Umbau war dieser Stuss. Da hatten wir eine Veranstaltung und der Text der Ankündigung . . .
Schmeel: Die Vorankündigung war dem Kirchengemeinderat zu anrüchig. Es ging um Liebe und so weiter und so fort. Erotische Minutenlesungen hieß das. Das war 2005, da gab es zwischen dem Kirchengemeinderat und dem Veranstalter Krach. Und danach war Sendepause.
Gehört die Gruppe zur Kirchengemeinde?
Matheisl: Nein, die Frauenkopfkirche ist der einzige Ort, an dem man was machen kann.
Nach der Pause haben Sie dann nicht mehr so richtig reingefunden?
Schmeel: Genau. Irgendwann haben wir dann mal eine Hocketse anberaumt. Weil sich aber niemand gemeldet hat zum Helfen, haben wir das wieder abgesagt. Da war das Entsetzen groß. Im Jahr drauf, also 2008, hat es dann geklappt.
Einerseits sprechen die Leute Sie an, weshalb "Kultur am Frauenkopf" nichts organisiert. Andererseits kommt dann fast keiner. Kamen Sie sich da nicht manchmal ein bisschen veräppelt vor?
Schmeel: Ja, schon. Die, die uns wichtig sind, die kommen dann nicht. Sie sagen: Ach, da haben wir schon was anderes vor. Das ist schon eine Enttäuschung.
Und "Kultur am Frauenkopf" für tot zu erklären, kommt nicht in Frage?
Schmeel: Nein, das wollen wir nicht.
Matheisl: Hier oben ist ja sonst gar nichts los. Jetzt im November haben wir einen Puppenspieler. Es soll der Auftakt für einen Neuanfang sein.
Schmeel: Der Künstler kommt aus Würzburg, er ist ein Freund meines Sohnes. Er macht das professionell und soll sehr, sehr gut sein.
Matheisl: Da hoffen wir auf mehr Zulauf.
Werden Ihre Veranstaltungen an einem festen Termin sein?
Matheisl: Nein, je nachdem, wie die Künstler können.
Schmeel: Das kann einmal im Monat sein oder auch alle sechs Wochen.
Wie finanzieren Sie sich?
Schmeel: Mit Eintrittsgeldern.
Das heißt, wenn zu wenige kommen, bleiben Sie auf den Kosten sitzen?
Schmeel: Entweder das, oder wir haben genügend Rücklagen.
Am morgigen Samstag tritt der Puppenspieler Alfred Büttner auf dem Frauenkopf auf. Und zwar zwei Mal. Um 14.30 Uhr zeigt er für Kinder ab vier Jahren "Ein Schnabel voll Glück", die Geschichte der Ente Fred, die fliegen will wie ein Adler. Um 19.30 Uhr spielt Büttner "Es ist nie zu spät", ein Stück über die Liebe und das Alter. Beide Veranstaltungen sind in der evangelischen Frauenkopfkirche, Rohreckweg 15.
13.11.2009 - aktualisiert: 13.11.2009 06:02 Uhr