Stuttgart - Eine Vollversammlung der Studenten an der Universität Stuttgart hat sich am Donnerstag mit großer Mehrheit für eine unbefristete Fortsetzung der Hörsaalbesetzung ausgesprochen. Am Treffen um 13 Uhr nahmen insgesamt etwa 1350 Studenten teil. Etwa 850 hatten sich in einem Hörsaal auf dem Campus Vaihingen versammelt, im besetzen Tiefenhörsaal 17.01 im Kollegiengebäude KII auf dem Campus Stadtmitte waren es 500.
Bei den beiden Abstimmungen über die Unterstützung des Streiks und die Forderungen an die Unileitung und die Politik war die Meinung recht eindeutig. Es wurden lediglich 21 Gegenstimmen (17 in Vaihingen und vier in Stadtmitte) und 14 Enthaltungen (acht in Vaihingen und sechs in Stadtmitte) gezählt. Gestützt auf dieses klare Ergebnis wird jetzt die Hörsaalbesetzung fortgesetzt.
Außerdem wollen die Studenten ihre Forderungen nun verstärkt in die Politik und die Gesellschaft tragen. Dazu werden die Besetzer weiterhin Auszubildende, Schüler und Befürworter ihrer Aktion in den Hörsaal einladen und mit ihnen über die Ziele und weitere Protestaktionen diskutieren.
Die Studierenden der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg haben sich inzwischen auch mit den europaweit streikenden Universitäten und Hochschulen solidarisiert. Im Rahmen einer Aktionswoche ist seit Donnerstag an der EH Ludwigsburg der größte Hörsaal besetzt. Die Studenten möchten in erster Linie darauf aufmerksam machen, dass die Chancengleichheit in der Bildung immer mehr abnimmt. "Es gibt Kommilitonen, die mehrere Geschwister haben und trotzdem noch den vollen Betrag Studiengebühren leisten müssen", sagt Studentensprecher Wolf Rietzler. Zudem seien die derzeitigen Entwicklungen in der Bildungspolitik nicht länger hinnehmbar.