Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 28.11.2009

 

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Das Aufwärmen findet unter der Dusche statt

Fellbach. Der Nachwuchs des Philharmonischen Chors probt eifrig für die Weihnachtsgeschichte "Daniel". Von Simone Käser
 

Noch ein bisschen schläfrig verlässt die kleine Rahel das warme Bett und macht sich auf ins Badezimmer. Dann ein großer Schritt, und das Mädchen steht unter der Dusche. Flugs den Wasserhahn aufgedreht, und schon schießt ein kalter Schwall auf den kleinen Morgenmuffel hinab. Rahel schüttelt sich vor Kälte. Erst unter dem warmen Tröpfchenregen entspannt sich das Mädchen, streckt sich wohlig und wird langsam wach.



Ihre Geschichte von der kleinen Rahel kombiniert Sabine Kleinbub geschickt mit den passenden Bewegungen. Genau wie das Mädchen macht sie einen großen Schritt in die imaginäre Dusche, schüttelt sich wegen des kalten Wassers vor Kälte, um sich dann unter dem warmen Wasser ausgiebig zu recken und zu strecken .



Die kleinen Sänger des Philharmonischen Chors sowie die "Kleinen Musiker" und Kinder der Zeppelin-Grundschule machen es der neuen Kinderchorleiterin Sabine Kleinbub eifrig nach. Unter viel Gelächter werden die müden Glieder aufgeweckt. Und nicht nur die: "Jetzt legen wir noch den Hebel für unsere Kopfstimme um, und dann kann es losgehen", sagt Sabine Kleinbub und trainiert mit den spielerischen Aufwärmübungen gleichzeitig auch die Stimmen der motivierten Kinder.



Das ist auch gut so. Schließlich stehen die letzten Proben an, und dann muss das weihnachtliche Stück "Daniel" von Gerda Bächli stehen. "So eine Choraufführung mit Instrumenten und szenischen Einlagen machen wir das erste Mal", sagt Simone Fritschle-Engelfried. Sie ist die Leiterin der "Kleinen Musiker"-Kurse und hatte die Idee für die Weihnachtsaufführung. "Ich habe nach einem Stück gesucht, das alle unsere Teilchöre miteinbezieht", sagt Simone Fritschle-Engelfried. Dabei sei sie durch eine Empfehlung auf die Geschichte von Daniel gestoßen.



Die Erlebnisse des kleinen Hirtenjungen - er hütet zum ersten Mal alleine Schafe, wird dann von einem Engel über die Geburt Jesu unterrichtet und will das neugeborene Kind finden - bieten genug Spielraum, um auch die übrigen Gruppierungen des Philharmonischen Chors miteinzubeziehen. "In einer Szene möchte Daniel in eine noble Villa. Doch die wird von grimmigen Wächtern bewacht, und die Kommentare der Frauen, die ihre Köpfe aus den Fenstern strecken, sind auch unmissverständlich", schildert Simone Fritschle-Engelfried eine der Szenen, in die die Erwachsenenchöre integriert sind.



Aber nicht nur die Chöre sind bei der "Daniel"-Aufführung dazu aufgefordert mitzusingen, sondern auch die Zuhörer. "Die Tradition des Weihnachtsliedersingens gibt es schon sehr lange. Ziel ist es, den Besuchern, die zuhause häufig kaum noch weihnachtliche Lieder singen, die Gelegenheit dazu zu geben", sagt Tilman Heiland. Er hat die Leitung des Philharmonischen Chors inne und er war es auch, der Sabine Kleinbub als neue Leiterin gewinnen konnte. "Mit der Aufführung Daniel, die größtenteils von unserem Nachwuchs gestemmt wird, wollen wir auch zeigen, dass trotz oder gerade wegen der neuen Leiterin einiges passiert", sagt Heiland.





Info: Ein Teil der Geschichte wird bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes am Donnerstag, 3. Dezember, 17 Uhr, zu sehen sein. Die vollständige Fassung gibt es am Sonntag, 20. Dezember, von 17 Uhr an beim Weihnachtsliedersingen des Philharmonischen Chors in der Schwabenlandhalle.
 

28.11.2009 - aktualisiert: 28.11.2009 06:03 Uhr

 

 



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