Auf der Fahrt von Schwäbisch Hall nach Stuttgart sollte Leserin Anita Wesner der Fahrzeuglenkerin bei der Wegsuche behilflich sein und deshalb vorne auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Sie wollte aber lieber hinten im Wagen sitzen und sagte deshalb: "Noi, i beff von hinten!" Zu Hause suchte sie eine Erläuterung für das von ihr benutzte beffen, fand jedoch keine Erklärung.
Bei der Suche nach der Herkunft dieses Wortes gibt uns das Mittelhochdeutsche Handwörterbuch von Lexer den Hinweis auf den viel baffenden, aber niemals beißenden Hund, weshalb er baffen mit bellen, schelten, zanken übersetzt. Bäffen wiederum ist ein umgelautetes baffen. Daneben gibt es im Schwäbischen noch weitere Sprechformen wie bäffzgå, bäåfzgå, bätzgå. So wie ein belfernder Hund, wenn er von einem anderen Hund oder von einem Menschen gereizt wird, nicht mit seinem Bäffzgå aufhört, sondern sich noch mehr hineinsteigert, so ergeht es auch Mitmenschen, die meinen, bei einem Disput ihre Ansichten ständig wiederholen zu müssen, und dabei immer mehr in Erregung geraten. Ein solcher Zeitgenosse wird gern å Bäffzgr genannt, und ist es eine Zeitgenossin, nennt man dieselbe å Bäffzg oder å Bäffzgåre.
Im Zusammenhang mit bäffzgå ist auch interessant, dass die Nachsilbe -zgå eine sprachliche Besonderheit im Schwäbischen darstellt. Sie zeigt sich, wie in meinem Buch "Gschriebå wiå gschwätzt" nachzulesen ist, vor allem in Verben, die sich auf Ausrufewörter und sonstige außergewöhnliche Laute und Geräusche beziehen. Hier einige klassische Beispiele: ãõzgå, gatzgå, glutzgå, grãõzgå, juuzgå, schdatzgå, pfuuzgå. Die Nachsilbe -zgå besitzt einen sogenannten iterativen Charakter, was bedeutet, dass solche Verben eine stete Wiederholung des jeweiligen Vorgangs ausdrücken. Man merkt es am gläffzgå, einem Kumpanen vom bäffzgå.
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