Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 09.12.2009

 

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Mit einem besonderen Handicap auf den ersten Platz

Fellbach. Zum zweiten Mal vergibt der Stadtjugendring drei Förderpreise für vorbildliche Jugendarbeit. Von Eva Herschmann
 

Das Jugendhaus, der CVJM und die Landeskirchliche Gemeinschaft sind die Träger der Förderpreise für vorbildliche Jugendarbeit 2009. Am Montag hat der Stadtjugendring Fellbach (SJR) zum zweiten Mal drei Preisträger gekürt. "Der Förderpreis ist für besondere Projekte gedacht, die sich hervortun und die über das normale Vereinsleben hinausgehen", sagte der SJR-Vorsitzende Tobias Schlegel bei der Verleihung im großen Saal des Rathauses.



Die Stadt stellt nicht nur die Räumlichkeiten für die Feier, sondern steht auch hinter dem Projekt. Der Förderpreis sei Motivation und Ansporn, sagte Bernd Kauffmann, Leiter des Amts für Jugend, Schule und Sport. Er versprach, dass die Stadt trotz Sparkurs nicht vorhabe, die Leistungen zu kürzen: "Speziell für die Jugendförderung haben wir 96 000 Euro veranschlagt."



Eine Jury, bestehend aus Mitgliedern des SJR, des Kreisjugendrings Rems-Murr (KJR) und der Stadtverwaltung haben aus den zahlreichen Bewerbungen die Sieger gewählt. Die geladenen Gäste wussten zwar, dass sie zu den Auserwählten gehörten, aber nicht, welchen Preis sie bekommen würden. Tobias Schlegel, Beisitzerin Alexandra Zeeb und Kassierer Karl-Heinz Häußermann vom SJR-Vorstand verrieten die Reihenfolge erst bei der Verleihung.



750 Euro für den ersten Platz bekommt das Jugendhaus für seinen Handicap Spielclub. Er entstand 2008 aus dem Projekt "Abenteuer Handicap" des Kreisjugendrings. Seitdem treffen sich zwölf Kinder und Jugendliche, davon fünf mit Handicap, einmal in der Woche, um Theater zu spielen. "Der gestiefelte Kater", "Wie im Märchen" und "Momo" haben sie aufgeführt. "Und als nächstes wollen wir uns an ,Ronja Räubertochter" machen", sagte Peter Hauser, der Jugendhaus- und Spielclubleiter.



500 Euro bekommt der CVJM für seinen Einsatz im nigerianischen Kakuri. Bereits 2008 gehörte der CVJM zu den Preisträgern, und zwar für sein Schulmentorenprojekt. Diesmal erzählte CVJM-Sekretär Kurt Schmauder von der Computerschule und dem Krankenhaus für Kinder unter fünf Jahren, die mit Fellbacher Hilfe verwirklicht wurden. "Jetzt bin ich auf der Suche nach einem Sponsor, der die Inneneinrichtung für das Krankenhaus spendet", sagte Schmauder. Neben der Instandsetzung des Fußballplatzes soll als nächstes ein Waldheim in Angriff genommen werden. "Bis jetzt gibt es dort noch nichts, außer einem Brunnen."



Der dritte Platz, der mit 250 Euro dotiert ist, geht an die Jugendgruppe der Landeskirchlichen Gemeinschaft. Die Jugendlichen lieferten sich ein Kochduell, und dabei kam ihnen der Gedanke, einmal für die ganze Gemeinde zu kochen. Erstmals taten sie das im vergangenen Jahr. Sie bewirteten 40 Gäste und gönnten sich vom Erlös ein gemeinsames Wochenende. In diesem Jahr kochten sie wieder. Diesmal spendeten sie die Einnahmen an das Freizeitheim der Gemeinschaft. Mit dem Geld wurden neue Stühle für den Speisesaal angeschafft. Dieser Einsatz war einen Preis wert.


 

09.12.2009 - aktualisiert: 09.12.2009 06:03 Uhr

 

 



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