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Butterbrezel

Brezel hanseatisch

Foto: Piechowski

Es scheint, je weiter die Menschen aus dem Norden kommen, desto größere Schwierigkeiten haben sie mit den landestypischen Eigenheiten sprachlicher und kulinarischer Art. Liegt ja auch irgendwie nahe. Ein Schwabe an der Küste muss genauso erst zweimal hinhören und kann auch nicht auf Anhieb die Zusammensetzung von Labskaus aufsagen.

Monika Kohley kommt aus Hamburg. Wo man sich - neben besagtem Seefahrer-Gericht - so ziemlich alles einverleibt, was aus Meer und Elbe stammt. Was eine Butterbrezel ist, hat das Büffet-Fräulein (so bezeichnete sie sich selbst) dagegen nicht gewusst, als es sie in den 60er Jahren nach Stuttgart verschlug. Wie man sie zubereitet, erst recht nicht. Dummerweise bekam die damals 19-Jährige in ihren ersten Arbeitstagen im Kronen-Hotel just diesen Auftrag, als eine Gruppe katholischer Geistlicher zu Gast war.

"Noch nie in meinem hanseatischen Leben hatte ich derlei Gebäck gesehen", erinnert sich unsere Leserin zurück. Wohin nur mit der Butter? Obendrauf? Zwischen die Ärmchen? Unser Nordlicht entschied sich für die Unterseite. "Weil die so schön glatt war." Ein berechtigtes Argument. Aber leider ganz falsch. Der Kellner wusste um das Problem der Anfängerin - und ließ sie prompt auflaufen. Unter großem Gelächter servierte er die Brezeln mit Bodenbestrich. Aber Frau Kohley und die Katholiken nahmen's mit Humor.


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Gregor Preiß

15.12.2009 - aktualisiert: 15.12.2009 17:42 Uhr

 



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