Artikel aus der Filder Zeitung vom 16.12.2009

 

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Hundehalter werden stärker zur Kasse gebeten

Filderstadt. Der Gemeinderat schiebt die Entscheidung zur höheren Grundsteuer auf die lange Bank. Von Natalie Kanter
 

Filderstadts Finanzlage hat sich weiter zugespitzt. Die Stadt muss zwischen 2011 und 2013 mit einem weiteren Minus von 2,3 Millionen Euro rechnen. Grund dafür sind Veränderungen bei der Einkommensteuer und den Schlüsselzuweisungen. Die Stadt braucht also dringend mehr Einnahmen und holt sich diese von Januar an beim Bürger. Alle Hundehalter müssen dann tiefer in den Geldbeutel greifen. Die Stadt verlangt künftig 120 Euro, anstatt 102 Euro pro Tier und Jahr. Besitzer von Kampfhunden zahlen fortan 840 Euro und damit sieben Mal so viel Steuern wie bisher. Die Vergnügungssteuer erhöht sich um zehn Prozent. Zudem steigt der Wasserpreis der Stadt um zehn Cent pro Kubikmeter.



Darauf haben sich die Stadträte im Gemeinderat am Montagabend verständigt. Ob auch Hausbesitzer auf den einen oder anderen Schein in ihrem Portemonnaie verzichten müssen, wird sich erst im nächsten Monat zeigen. Die Stadträte haben die Entscheidung zur Grundsteuer auf die lange Bank geschoben. Sie wollen sich erst im Januar in ihrer Klausurtagung dafür oder dagegen aussprechen. Christoph Traub, Fraktionsvorsitzender der CDU, stellte am Montagabend gleich zum Beginn der Sitzung einen entsprechenden Antrag. Das Gremium ist diesem mit knapper Mehrheit gefolgt. 17 Stadträte votierten für eine Verschiebung, 14 dagegen.



Für die Stadt hat das finanzielle Folgen. Sie muss wohl 6000 Euro für zusätzliche EDV-Arbeit ausgeben. Das machte Finanzbürgermeister Andreas Koch deutlich. "Das Rechenzentrum Stuttgart stellt uns diesen Betrag in Rechnung, wenn wir die Grundsteuer während des Jahres erhöhen", sagt der Pressesprecher der Stadt Jens Theobaldt der Filder-Zeitung. Mit Einnahmeausfällen rechnet er nicht. "Die Grundsteuer kann grundsätzlich auch rückwirkend zum Januar angehoben werden", sagt er. Voraussetzung sei aber auch hier die Zustimmung des Gemeinderates.



Traub machte in der Sitzung klar, dass sich seine Fraktion zu einer Erhöhung der Grundsteuer noch beraten müsse. "Wir konnten die Vorlage nicht abschließend diskutieren", sagte er. Rolf Kurfess, FW-Fraktionschef unterstützte die Christdemokraten. "Bisher war es Usus einen Tagesordnungspunkt zu vertagen, wenn eine Fraktion Beratungsbedarf anmeldet", sagte er.



SPD-Fraktionschef Walter Bauer dagegen beantragte, den Punkt nicht von der Tagesordnung zu nehmen. Das könne sich Filderstadt nicht leisten. "Es geht darum, Schaden von der Stadt abzuwenden", sagte er. Stadträtin Catherine Kalarrytou (Grüne/FFL) argumentierte ähnlich: "Auch wenn das Thema grundsätzlich in die Klausurtagung gehört, sind die 6000 Euro für uns ein Grund, die Erhöhung der Steuer bereits heute vorzunehmen."



Für Wirbel sorgte auch die neue Hundesteuer. "Es ist richtig, dass Hundehalter ihren Teil zur Bewältigung der Krise beitragen", sagte der FDP-Fraktionschef Johannes Jauch. Eine Erhöhung der Kampfhundesteuer um das Siebenfache halte er dennoch für zu hoch. Er beantragte, die Steuer auf 360 Euro statt auf 840 Euro pro Jahr und Tier anzuheben. Der Antrag scheiterte jedoch an 23 Gegenstimmen. Für die Betreiber von Diskotheken und Spielhallen dagegen fanden sich keine Fürsprecher in dem Gremium. Die Anhebung der Vergnügungssteuer wurde durchgewinkt.
 

16.12.2009 - aktualisiert: 16.12.2009 06:03 Uhr

 

 



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