Artikel aus der Filder Zeitung vom 16.12.2009

 

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Lüften senkt die Schadstoff-Konzentration

Bernhausen. Die PCB-Belastung im ESG konnte durch verstärkten Luftaustausch deutlich gesenkt werden. Von Otto-H. Häusser
 

Der Leiter der Hochbauabteilung, Klaus Heim, konnte dem Gemeinderat am Montag eine gute Nachricht überbringen: Die Schadstoffbelastung im Eduard-Spranger-Gymnasium (ESG) kann mit einfachen Mitteln erheblich verringert werden.



Anfang November waren bei Messungen erhöhte Werte von PCB (polychlorierte Biphenyle) in der Schule festgestellt worden. Die Belastung durch den krebserregenden Stoff lag bei rund 1300 Nanogramm pro Kubikmeter Luft. Um diese Konzentration zu verringern, wurden von der Schulleitung Sofortmaßnahmen ergriffen. Seither werden die Räume öfter gelüftet und die Böden vermehrt nass geputzt, um den Schadstoff zu binden.



Der Erfolg blieb nicht aus. Neueste Messungen hätten ergeben, dass die Belastung durch PCB auf unter 500 Nanogramm pro Kubikmeter Luft gesenkt worden sei, berichtete Klaus Heim den Stadträten. Trotz dieser guten Nachricht war ihnen jedoch klar, dass die Stadt um eine Sanierung der Fenster im ESG nicht herumkommt. Sie waren als Schadstoffherd ausgeguckt worden. Die PCB befinden sich offenbar in den elastischen Fugen zwischen den Fensterrahmen und der Wand.



Die Stadträte votierten schließlich einstimmig für die Erneuerung aller Fenster in der Schule. Wie bereits berichtet, sollten laut einem früheren Beschluss nur 70 Prozent der Fenster saniert werden. Damit wollte man das Konjunkturprogramm des Bundes nutzen. Dreiviertel der Kosten in Höhe von einer Million Euro werden über das Förderprogramm finanziert.



Als schließlich wegen der anstehenden Arbeiten eine Schadstoffmessung stattfand, wurde die übermäßige PCB-Belastung mit 1300 Nanogramm pro Kubikmeter Luft festgestellt. Dies veranlasste die Verwaltung, dem Gemeinderat eine Komplettsanierung der Fenster vorzuschlagen.



Die Arbeiten beginnen Anfang März. Es ist vorgesehen, dass die Schule abschnittweise - immer drei Klassenzimmer gleichzeitig - saniert wird. Die Vorgehensweise wird mit der Schule abgestimmt. Schließlich soll das Ganze während des Unterrichts stattfinden. "Wir müssen vor allem darauf achten, dass das Abitur nicht gestört wird", sagt Schulleiterin Ursula Bauer. Außerdem sei noch nicht klar, wann die Räume der Verwaltung, die häufig besetzt sind, dran seien. Klaus Heim schloss übrigens aus, dass auch andere Schulen und Kindergärten eine ähnliche PCB-Belastung wie das ESG aufweisen. Er habe frühere Schadstoffmessungen miteinander verglichen und keinen vergleichbaren Fall gefunden. Neuerliche Messungen wurden in der Bruckenackerschule vorgenommen. Dort hatten Lehrerinnen über Kopfweh geklagt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen Ende der Woche vorliegen.
 

16.12.2009 - aktualisiert: 16.12.2009 06:04 Uhr

 

 



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