Der Weihnachtsbaum von Familie Neuberger hängt schon seit dem ersten Adventssamstag. Doch. Er hängt tatsächlich. Denn dieses immergrüne Exemplar entstammt der Werkstatt eines Stoffmalkünstlers und wirkt am raumhohen Fenster wie das leuchtende Versprechen einer fröhlichen Weihnachtsstimmung. Dass der Advent eine ganz besondere Zeit ist, sieht man in der Römerstraße 16 im ganzen Haus. Am Treppengeländer rankt sich eine Päckchen-Girlande in die Höhe. Überall schimmern Kerzen. Kugeln stapeln sich dekorativ im Glas, und der selbst gebundene Adventskranz ist ein Hingucker. Dabei sagt Karin Neuberger erstaunlich entspannt: "Wenn ich was in Ruhe machen will, muss ich das nachts tun." Denn tagsüber beanspruchen Marie-Luisa, Niklas, Madeleine, Anna und Christian die Aufmerksamkeit ihrer Mutter zur Genüge. Das dürfen sie auch: Das Quintett ist zwischen drei und 13 Jahren alt. Gleichwohl schafft es Karin Neuberger irgendwie, den Stress in Schach zu halten. Vor allem - aber nicht nur - in der Weihnachtszeit ist der 41-Jährigen ein bewusster Umgang miteinander wichtig. Auch die Kinder schauen bereits auf Mamas Vorbild (und das des vielbeschäftigten Vaters). Nach Weihnachten werden sie als Sternsinger unterwegs sein und für Kinder sammeln, die es nicht so gut getroffen haben. Natürlich freuen sie sich aber erst mal auf den Heiligen Abend - mit dem Krippenspiel in der Kirche und später mit einem Raclette. Und Vanillekipferl sollten schon auch noch gebacken werden. uvo