Artikel aus der Filder Zeitung vom 16.12.2009

 

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Vor 100 Jahren

Nachklänge von Echterdingen. In dem Prozeß des Mechanikers Böhler, der seinerzeit bei der Landung des Zeppelinschen Luftschiffs bei Echterdingen verunglückt ist, gegen den Grafen Zeppelin sind ... Vergleichsverhandlungen im Sühnetermin gescheitert, und zwar wegen allzuhoher Ansprüche des Klägers. Graf Zeppelin war so entgegenkommend, dem Kläger weit mehr anzubieten, als er im Prozeßweg überhaupt erhalten hätte. Der Vertreter des Klägers, Rechtsanwalt Payer, hat sein Mandat niedergelegt, wahrscheinlich aus dem Grunde, weil sein Mandant sich gegenüber dem kulanten Vergleichsvorschlag des Grafen durchaus ablehnend verhalten hat. Am 11. Januar n. Js. wird die Schlußverhandlung stattfinden, auf Grund deren sich das Gericht entscheiden wird, ob überhaupt noch Sachverständige zu hören sind. Wie ein Korrespondenzbüro meldet, sollen als solche Major Parseval, Major Groß und Major Sperling auf Antrag des Klägers in Aussicht genommen sein; diese sollen sich über die Frage äußern, ob bei der Behandlung des Luftschiffs seinerzeit Fahrlässigkeit vorgelegen hat oder nicht.



(Stuttgarter Neues Tagblatt,



16. Dezember 1909)







Die Kolumne "Vor 100 Jahren" wird von unserem Mitarbeiter Ulrich Gohl betreut. Sie erscheint immer dann, wenn er im Staatsarchiv bei der Lektüre alter Lokalzeitungen Interessantes aus alten Tagen entdeckt hat.
 

16.12.2009 - aktualisiert: 16.12.2009 06:04 Uhr

 

 



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