Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 22.12.2009
Fellbach. Vielgestaltiges A-Cappella-Konzert mit dem Vocal-ensemble. Von Frank Ebert
Unter der Leitung von Gerhard Möller lotete der Chor dabei auch seine Grenzen aus - überschritt sie aber gleichwohl nicht. Mit Chorsätzen des spätromantischen Meisters Max Reger bewiesen sie ihr Können bei der Wiedergabe diffiziler Harmonisierungen. Im Frauenchorsatz "Schlaf wohl, du Himmelsknabe" deuteten die Sängerinnen das Wort-Ton-Verhältnis mit äußerst feinem Gespür, wie sich das Vokalensemble überhaupt als Chor mit feinem Sinn für die interpretatorische Ausgestaltung von Musik bewies.
Dass die Choristen dabei nicht einem Stil verhaftet sind, zeigte die Vielgestaltigkeit des Programms, das bei Mendelssohn begann und mit einem apart- jazzigen Satz von "Süßer die Glocken nie klingen" endete. Dazwischen steuerte das Vocalensemble zielsicher Chormusik auf hohem Niveau an, an dessen Gipfel Benjamin Brittens "A ceremony of Carols" für Frauenchor und Harfe stand. Es glich einem Drahtseilakt, wie sich Chor und Harfe aufeinander einließen, die mit zahlreichen Taktwechseln versehenen Sätze zu einem Ganzen fügten und sich dynamisch und intonatorisch ausbalancierten.
Das Wagnis gelang, und der Frauenchor, die Solistinnen Undine Holzwarth und Bettina Maile und die Harfenistin Hannah Pfeiffer lieferten ein beeindruckend intimes Musikerlebnis ab. Da passten die beiden Solovorträge von Hannah Pfeiffer so recht ins Bild, die mit ihren sanft-virtuosen Harfenklängen die Zuhörer an diesem Abend dem Himmel ein Stückchen näher brachte.
22.12.2009 - aktualisiert: 22.12.2009 06:03 Uhr
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