Sie waren die Barbie-Welt unserer Großmütter: Puppenstuben standen auf den Wunschzetteln ganz oben. Wie alle Spielsachen (auch heutige), so erzählen die Miniaturwohnungen eine Menge über die Zeit und die Gesellschaft, aus der sie stammen. Das neueste Objekt des Tübinger Stadtmuseums zum Beispiel, ein Puppenherd aus der Zeit um 1900, gibt nicht nur Auskunft über die damalige Küchentechnik, sondern auch über das Rollenbild der Frauen: Hausfrau und Mutter.
"Die oft originalgetreuen Abbildungen der großen Welt vollzog sich in den Puppenstuben mit zeitlicher Verzögerung", sagt Sabine Schmincke von der Stadt Tübingen. Denn äußerlich entspricht der Herd offenbar Kochstellen, die bereits um 1870 in Gebrauch waren. Als der Holzherd gebaut wurde, kochte man vielerorts aber bereits mit Gas.
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