Artikel aus der Nord-Rundschau vom 07.01.2010

 

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"Das sind immerhin 30 Prozent des Etats"

Feuerbach. Der Bezirksbeirat bezuschusst die Kulturnacht mit 8000 Euro. Dem Beschluss gingen Diskussionen voraus. Von Georg Friedel
 

Eine der ganz wenigen Entscheidungsbefugnisse, die der Bezirksbeirat hat, ist die Verteilung der Zuschüsse für die Vereine. Das örtliche Gremium wacht das ganze Jahr mit Argusaugen über die Vergabe der Gelder aus dem Kultur- und Verfügungsbudget. Schließlich handle es sich dabei um "Bürgergeld", wie CDU-Sprecher Martin Wöhr öfters betont. Kritisch wird daher im Idealfall jeder einzelne Fall geprüft und am Ende abgewogen, ob der eingereichte Antrag und die darin beschriebenen bürgerschaftlichen Aktivitäten und Projekte auch wirklich im vollen Umfang förderungswürdig sind.



Zuletzt wurde am Feuerbacher Ratstisch ausgiebig über den Zuschuss-Antrag für die Feuerbacher Kulturnacht debattiert. Es ging um 8000 Euro, um den der Arbeitskreis Feuerbacher Kulturnacht als Unterstützung für seine Großveranstaltung am 13. März dieses Jahres gebeten hatte. "Wir werden auch diesmal wieder den Besuchern ein vielfältiges und buntes Programm anbieten", sagte die Feuerbacher Stadtteilbücherei-Leiterin Ruth Walter-Santura bereits in der November-Sitzung des vergangenen Jahres. Sie bereitet gemeinsam mit Otto Fischer, Leiter des Leibniz-Gymnasiums, und Andreas G. Winter, Leiter des Freien Musikzentrums (FMZ) auf dem Roser-Platz, die Mammutveranstaltung vor. Ziel der Kulturnacht ist es, das reichhaltige kreative Potenzial im Stadtbezirk ins passende Licht zu rücken und eine Plattform für die örtlichen Kulturschaffenden zu bieten. An dieser Grundkonzeption gab es seitens des Bezirksbeirats - quer durch alle Fraktionen - rein gar nichts auszusetzen. "Dass die Feuerbacher Kulturnacht unterstützenswert ist, steht außer Zweifel", sagte FDP-Bezirksbeirätin Gabriele Heise. Bauchschmerzen bereiteten der Vertreterin der Liberalen lediglich einzelne Kalkulationen und Beträge in dem Antrag. Die 5000 Euro für den Druck des Leporellos sowie für weitere Werbemaßnahmen wie Transparente, Fahnen und Plakate seien aus ihrer Sicht zu hoch angesetzt: Eigentlich müssten die Druckkosten doch günstiger als in den Vorjahren ausfallen, zumal die Veranstalter doch auf bereits vorhandene Vorlagen zurückgreifen könnten, argumentierte Heise. Bei den ersten Kulturnächten habe es zudem noch Sponsoren gegeben. "Die sollten wieder ins Boot geholt werden", schlug Heise vor. Auch CDU-Sprecher Martin Wöhr hatte zuvor schon wegen der Sponsoren nachgehakt. "Wir sind für jeden Teilbetrag, den sie auftun, dankbar", richtete er sich an die Veranstalter. Natürlich sei man nach wie vor bemüht, Sponsoren für die Veranstaltung zu gewinnen, aber das sei in krisenhaften Zeiten wie diesen ein schwieriges Unterfangen, erklärte Andreas G. Winter vom Kulturnacht-Arbeitskreis. Am Ende lenkte Wöhr ein. Er denke, seine Fraktion könne dem Antrag in beiden Teilen so zustimmen. Auch Reiner Götz (Grüne) stimmte dem Antrag zu. Für eine breit angelegte Veranstaltung wie diese, die sich hier im Stadtbezirk gut etabliert habe, sei die Summe inOrdnung: "Das muss es uns wert sein", so Götz. Auch Suse Kletzin (SPD) regte an, örtliche Unternehmen als Sponsoren zu gewinnen. Im übrigen wollte sie wissen, was der Posten "Verteilung der Flyer" zu bedeuten habe? Es sei geplant, 20 000 Exemplare drucken zu lassen. Diese Flyer würden anschließend in ganz Feuerbach in den Haushalten verteilt, erklärte ihr Winter. Im einzelnen sind in dem Antrag der Druck des Leporellos (3000 Euro), Transparente und Fahnen (1200 Euro), Plakate (300 Euro) und die Verteilung der Flyer (500 Euro) aufgeführt. Weitere 3000 Euro wurden "zur Unterstützung einzelner Veranstaltungen (Schlussveranstaltung) sowie von weiteren Werbemaßnahmen (zum Beispiel Laufkarten, Kulturlotsen, Gewinnspiel)" beantragt.



"8000 Euro sind immerhin 30 Prozent unseres Etats. Das ist eine Menge Geld", sagte Gabriele Heise. Neben den 5000 Euro für die Werbemaßnahmen habe sie auch Schwierigkeiten mit dem Zuschuss für die Abschlussveranstaltung. Auch die finanzielle Förderung der Gewinnspielpreise sieht sie kritisch: "Man muss nicht unbedingt mit attraktiven Preisen zur Kulturnacht locken. Die Veranstaltung ist hochwertig genug." Winter wies auf die Grundidee der Kulturnacht hin: "Die Laufkarte mit attraktiven Preisen soll dafür sorgen, dass die Besucher von Ort zu Ort gehen und nicht zu lange bei einer Veranstaltung verweilen." Die Abschlussveranstaltung sollte darüberhinaus kulturell etwas Besonderes zu bieten haben: "Das steht für uns außer Zweifel". Der FMZ-Leiter erinnerte an die erste Kulturnacht mit Glücksfee Wommy Wonder, die einmalig war.



Doch auch Jochen Heidenwag von den Freien Wählern plädierte dafür, nicht den vollen Betrag in Höhe von 8000 Euro zu gewähren: "Wir reden hier über 30 Prozent unseres jährlichen Verfügungsbudgets. Sie alle wissen, dass wir etwa 80 Vereine in Feuerbach haben, von denen fast jeder mindestens eine Veranstaltung im Jahr macht." Am Ende wurden die 8000 Euro mit zehn Ja- und vier Nein-Stimmen dennoch bewilligt.
 

07.01.2010 - aktualisiert: 07.01.2010 06:01 Uhr

 

 



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