Artikel aus der Nord-Rundschau vom 07.01.2010

 

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20*C+M+B+10: Ein Segen für Groß und Klein

Mönchfeld. Am Heiligendreikönigstag waren die Sternsinger unterwegs, um Geld für Kinder in Not zu sammeln. Von Leonie Hemminger
 

Ich fühl" mich wie der King", scherzt der elfjährige Johannes, als er als König Caspar verkleidet mit langer Schleppe und goldener Krone durch die Flure des Alten- und Pflegeheims Sankt Ulrich wandelt. Zusammen mit fünf weiteren Königen und zwei Sternträgern hat er gestern für die Bewohner des Heims Lieder gesungen und mit geweihter Kreide den Segen "Christus Mansionem Benedicat" (auf deutsch: Christus segne dieses Haus) an die Türen geschrieben. Denn hierfür steht das Kreidezeichen "20*C+M+B+10" und nicht, wie oft angenommen wird, für die Namen der drei Weisen Caspar, Melchior und Balthasar. Das Sternchen steht dabei für den Stern, dem die weisen Männer aus dem Morgenland gefolgt sind. Die drei Kreuze bezeichnen den Segen "Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes" und die Zahlen 20 und 10 stehen für das aktuelle Jahr 2010.



Das Geld, das die acht Sänger der Sankt Johannes Gemeinde eingenommen haben, geht in diesem Jahr unter anderem in den Senegal. Mit Hilfe der in allen Teilen Deutschlands gesammelten Spenden der Sternsinger soll den Mädchen und Jungen in Westafrika ermöglicht werden, neue Computer und moderne Kommunikationsformen wie Internet und Email nutzen zu können. Doch nicht nur dort, sondern auch in Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa sollen rund 2700 Projekte für Not leidende Kinder unterstützt werden. "Ich finde es schön, wenn man anderen Menschen eine Freude machen kann", sagt Franziska, die als Balthasar verkleidet aus voller Kehle die Sternensinger-Lieder mitsingt.



Freude machen die Sternensinger aber gewiss nicht nur den Kindern in fernen Ländern, sondern auch den Menschen direkt vor der Haustüre. Erika Leber zum Beispiel, Bewohnerin des Haus Sankt Ulrich, hat schon den ganzen Morgen auf die Kinder gewartet. "Mir gefällt der Gedanke, dass man aneinander denkt", sagt sie. "Die Kinder haben den Willen, Freude zu geben. Das ist wunderbar."



In ganz Deutschland haben sich etwa 500 000 Kinder und Jugendliche an der zum 52. Mal stattfindenden Aktion Dreikönigssingen beteiligt. 1959 wurde die Aktion zum ersten Mal gestartet. Sie ist inzwischen die weltweit größte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Sie wird getragen vom Kindermissionswerk "Die Sternensinger" und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKL).



Im vergangenen Jahr kamen dabei in der Sankt Johannes Gemeinde rund 1000 Euro zusammen, bundesweit waren es fast 40 Millionen. Michael Jakob, Gemeindereferent von Sankt Johannes, ist zuversichtlich, dass trotz der Wirtschaftskrise auch in diesem Jahr wieder eine ähnliche Summe gespendet wird. "Unsere Gemeindemitglieder sind immer sehr großzügig, wenn es ums Spenden geht", sagt er.
 

07.01.2010 - aktualisiert: 07.01.2010 06:02 Uhr

 

 



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