vom 08.01.2010
Hoffeld. Die Mundart-Theatergruppe Grambapfuuzger schickt in ihrem neuen Stück einen Engel auf Bewährung. Von Cedric Rehman
Nächsten Dienstag beginnt die Theatergruppe des SV Hoffeld ihre neue Saison mit einer Komödie von Erich Koch. Sie ist bereits ausverkauft. Der Degerlocher Steffen Schulze spielt in dem Lustspiel den Lebemann Hans Maurer. Als schlechter Ehemann treibt er sich lieber im Wirtshaus herum, als zuhause bei Frau und Kindern am heimischen Herd zu sitzen.
Als ihm das letzte Stündlein schlägt, hat er aber Glück im Unglück. Himmlische Autoritäten verwechseln ihn mit einem braven Finanzbeamten. Deshalb bekommt er trotz seines unlauteren Lebenswandels die Engelsflügel - auf Bewährung. Sollte es ihm nicht gelingen, drei höchst unwillige Paare unter die Haube zu bringen, muss der Sünder sie zurückgeben und den Weg in die Hölle antreten. Die Beziehungskomödie rund um den himmlischen Kuppler ist bereits das neunte Stück, das die Degerlocher Laientruppe seit ihrer Gründung im November 2000 auf Schwäbisch aufführt.
Die Treue zur Mundart hat einen guten Grund, sagt Heike Kayser, Abteilungsleiterin der Theatergruppe. Nichts sei peinlicher als Dialektsprecher, die sich dazu zwingen Hochdeutsch zu sprechen. "Auf der Bühne wirkt das höchstens unfreiwillig komisch." Das Schwäbische passe auch gut zu den Themen, die in den Stücken der Grambapfuuzger vorkommen. "Über Liebe, Liebeleien und andere Tücken des Alltags spricht doch jeder am liebsten so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist."
Dass die Mundarttruppe auch für Nichtschwaben offen ist, beweist der gebürtige Düsseldorfer Ralf Petruck. Seit drei Jahren spielt er bei den Grambapfuuzgern mit - als einziger Neuzugang seit der Gründung der Theatergruppe. Petruck nimmt es mit Humor, dass er in den Stücken durch seine sprachliche Herkunft auf die Rolle des Reingeschmeckten festgelegt ist. "Jeder hat eben sein besonderes Talent", meint er mit einem Augenzwinkern.
Heike Kayser ist froh, dass sich die Besetzung der Truppe bis auf Ralf Petruck seit der Vereinsgründung nicht verändert hat. "Die Chemie zwischen uns stimmt, und das merkt auch das Publikum." Alle Mitglieder der Grambapfuuzger verfügen als Berufstätige und Eltern nur über begrenzte Zeit für Proben. Kleine Missgeschicke kommen da schon mal während den Aufführungen vor. Dann ist Improvisationstalent gefragt und Gespür für die Zuschauer, sagt Kayser. "Letztes Jahr ist mir auf der Bühne eine Türklinke in der Hand abgebrochen. Da habe ich einfach gelacht und das ganze Publikum mit mir."
08.01.2010 - aktualisiert: 08.01.2010 06:04 Uhr