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Tiere gerissen

Unbekannter schickt Hund auf Rehjagd

Es geht auch friedlich: Golden Retriever schmust mit einem Rehkitz
Foto: dpa

Grafenau/Weinstadt - Die Polizei sucht einen Hundehalter, der regelmäßig seinen Vierbeiner im Wald zwischen Döffingen und Sindelfingen-Darmsheim auf die Jagd gehen lässt. In den vergangenen vier Monaten hat der zuständige Jäger fünf gerissene Rehe und Rehkitze gefunden.

"Einmal im Monat im immer gleichen Bereich", sagt der Böblinger Polizeisprecher Frank Natterer, "da möchte ich von Versehen nicht mehr sprechen." Die Ermittler gehen nicht davon aus, dass ein oder gar mehrere Hundebesitzer ihre Tiere "nur" fahrlässig laufen gelassen und das Tier quasi aus Versehen haben zubeißen lassen.

Sie ermitteln stattdessen in Richtung Jagdwilderei, die als Straftat mit einer Geldstrafe oder mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet werden kann. Letzteres kommt aber nur in schweren Fällen infrage, wenn der Wilderer das erlegte Wild weiterverkauft, also damit handelt. In Grafenau fand der Jäger alle vier Wochen neue Kadaver.

Die Tiere hatten einen Wert von 6000 Euro

Dass ein Hund die Tiere totgebissen haben muss, zeigten im jüngsten Fall am vergangenen Donnerstag eindeutige Spuren im Schnee. Gesucht wird laut Polizeisprecher Natterer nach dem Halter eines Vierbeiners der Größe eines Schäferhundes. Zeugen sollen sich unter Telefon 07031/ 204050 melden. Ohne sie ist die Hoffnung auf Aufklärung gering: Nur mit Zeugenaussagen kann die Böblinger Polizei die "zwei bis drei Fälle der Jagdwilderei im Jahr" (Frank Natterer) lösen. Die Aufklärungsquote ist nicht hoch.

Zuversichtlicher ist die Polizei in Waiblingen, dass ein Fall vom gleichen Tag in Weinstadt-Beutelsbach in Kürze aufgeklärt wird. Am 14. Januar war ein Schäferhundmischling in einen Pferch eingedrungen und hatte zwei trächtige Schafe - eines davon sollte bald Zwillinge bekommen -, ein weiteres Schaf und ein zwei Tage altes Lamm gerissen. Drei weitere Schafe erlitten tiefe Bisswunden, überlebten aber. Der Landschaftspfleger, dem die Herde gehört, kam zufällig dazu und sah den Hund noch. Ein Helfer konnte diesen fotografieren.

"Wir sind auf dem besten Weg, den Täter zu ermitteln", sagt der Waiblinger Polizeisprecher Klaus Hinderer. Das Kennzeichen des Autos, in dem der Hund davongefahren wurde, war von den Zeugen zwar falsch abgelesen worden, inzwischen sei man aber auf einen Stuttgarter Halter gestoßen. Der Mann muss wegen Sachbeschädigung mit Konsequenzen rechnen. Die Tiere hatten laut Landschaftspfleger einen Wert von 6000 Euro.
 

Alexander Ikrat

19.01.2010 - aktualisiert: 19.01.2010 19:46 Uhr

 



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