Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 25.01.2010
Pattonville Zum Kostümball der Narren-Ober-Liga treffen sich Hexen, Engländer und Männer im Dirndl. Von Melanie Bürkle
Schicke kleine Prinzessinnen, falsche Hasen, äußerst attraktive Cowboys, verschmitzte Piraten, elegante Könige und sogar eine Pippi Langstrumpf tummelten sich in der gut gefüllten Bürgerhalle. Hier trafen sich wahrlich Gott und die Welt. Hier sprachen Tiere mit Gefängnisinsassen und hielten Hexen mit Zauberern ein amüsantes Pläuschchen. Hier steppte der Bär. Der traditionelle Kostümball der NOL eben. Genauso bunt und ausgefallen wie die Narren war dann auch das Showprogramm des Abends.
Da marschierten die Kleinsten der NOL, die Gelbe Garde, schon genauso korrekt im Takt wie später die Großen. Rechtes Bein, linkes Bein, die Knie bis zum Kinn und immer schön die Ärmchen in Bewegung. Kleine einfach mal ganz groß. Das Publikum zeigte sich fasziniert von dem jungen, "süßen" Elan. Und so richtig nett wurde es gleich danach mit den Hexenkiddys der Rombolas, obwohl beim Fluch der Karibik eigentlich eine finstere, boshafte und geheimnisvolle Atmosphäre geschaffen werden sollte. Allerdings saß da ein so kleines liebes blondes Hexenmädchen vorne am Bühnenrand. Mit ihrem Dauerlächeln und den steten Grüßen ins Publikum zog die Minihexe einfach alle Blicke auf sich. Düster war hier nichts.
Dunkel vor Augen wäre es so manch einem Narren vermutlich geworden, wenn er ebenso schnell und hoch die Beine in die Luft hätte wirbeln müssen wie es die Gäste der Prinzengarde Blau-Weiß Sindelfingen taten. Der Sprung in den Spagat hätte dann wahrscheinlich das Ende für manchen Indianer bedeutet. Rasant ging es mit der Grünen Garde der NOL weiter. In knallrot leuchteten Anzügen flitzten die Tänzerinnen über die Bühne. Erst das Männerballett der katholischen St.-Martinus-Gemeinde ließ es wieder gemächlicher angehen. Mit dem Effekt des Schwarzlichts zauberten sie relativ relaxt schöne geschmeidige Figuren auf die Bühne. Etwas entspannter hätte es auch bei Gelben Garde zugehen können. Sie hatte sich das Thema Urlaub gewählt. Allerdings deutete das Potpourri aus Partyhits schon eher auf einen Aktiv- denn auf einen Erholungsurlaub hin. Was es für die Gäste aus Kornwestheims englischer Partnerstadt Eastleigh allemal war. Die Twirling Spencerettes repräsentierten beim Kostümball der NOL nicht nur den englischen Karneval, sondern zeigten zugleich, was man mit einem Stab, dem so genannten Baton, so alles anstellen kann. Emily Babb und Laura Southgate ließen ihn nur so durch die Hände gleiten und jonglierten gekonnt mit dem 70 Zentimeter langen Gerät. Für ihre Mutter Gill Babb gab es im Anschluss noch eine Ehrung. Sie erhielt - überreicht von NOL-Präsident Walter Specht - vom Land Baden-Württemberg die zweithöchste Auszeichnung für ihre für den Fasching geleisteten Dienste.
Das fulminante Programm hatte noch kein Ende. Weiter ging es mit einem netten Tänzchen der Hausfrauengarde, dem präzisen Marschtanz der Blauen Garde, den kecken Rombola-Hexen und natürlich auch den Tanzmariechen Sandra Pavokovic und Antonia Floruss. Sie verzauberten mit einer großen Leichtigkeit das jubelnde Publikum. Fliegende Arme und Beine im Takt - für die Zuschauerinnen und Zuschauer unglaublich. Kurz vor dem Höhepunkt des Abends heizten dann die NOL-Guggen den Narren noch einmal so richtig ein. Anstatt Beinen flogen nun schiefe Töne durch den Bürgersaal und animierten Piraten, Hasen, Bienchen und Indianerhäuptlinge zum Mitsingen.
Als krönenden Abschluss zeigten sich dann noch einmal die Hausfrauengarde und das Männerballett auf der Showbühne - in vertauschten Rollen natürlich. Da standen sie nun, die Männer in Dirndl, die Frauen in Lederhosen - der Anblick an sich schon ein Erlebnis. Zur Musik "Der Berg ruft" hüpften sie gemeinsam über die Bühne - die Stimmung in der Bürgerhalle war prächtig.
Und so zeigte sich auch sich NOL-Präsident Walter Specht völlig zufrieden mit dem Kostümball. "Der Zulauf hier wird immer größer. Von Jahr zu Jahr finden vor allem mehr Pattonviller den Weg hierher", sagte der Präsident äußerst erfreut und sprach noch ein großes Lob aus. "Es ist hier, als ob man heimkommt."
25.01.2010 - aktualisiert: 25.01.2010 06:21 Uhr