New York - Weil sie ihre Kinder aus religiösen Gründen nicht auf eine Schule schicken wollen, hat eine Familie aus Deutschland in den USA politisches Asyl erhalten. Der strenggläubigen Familie Romeike aus Baden-Württemberg müsse Schutz gewährt werden, weil eines ihrer fundamentalen Grundrechte verletzt worden sei, zitieren amerikanische Medien die Entscheidung eines Richters im Staat Tennessee.
Kinder zuhause unterrichten, wenn einem der Lehrplan nicht passt - was halten Sie davon?
Das sei umso bedenklicher, weil Deutschland ein demokratisches Land sei, dessen Politik in diesem Falle "allem widerspricht, woran wir als Amerikaner glauben", sagte Richter Lawrence Burman demnach. "Dieses Urteil ist beschämend für Deutschland. Wir hoffen, es wird Deutschland davon abhalten, Heimschüler weiter zu verfolgen."
Die Familie stammt aus Bissingen an der Teck in der Nähe von Stuttgart. Uwe Romeike, selbst Musiklehrer, hatte die drei ältesten seiner fünf Kinder im September 2006 aus der Grundschule genommen und damit gegen die deutsche Schulpflicht verstoßen. In früheren Berichten hatte Romeike gesagt, er wolle seinen Kindern das "unchristliche Treiben" an deutschen Schulen nicht mehr zumuten. Seit zwei Jahren lebt die Familie in den USA.
"Menschen, die ihre Kinder zu Hause unterrichten wollen, sind eine besondere soziale Gruppe, die die deutsche Regierung zu unterdrücken versucht. Diese Familie hat eine gut begründete Furcht vor Verfolgung", zitiert der Verband der amerikanischen Heimschulen ihrer eigenen Juristen.
Kinder zuhause unterrichten, wenn einem der Lehrplan nicht passt - was halten Sie davon?
Familienvater Romeike sagte amerikanischen Medien, er sei sehr glücklich über dieses Urteil. Seine Familie schätze die Freiheit in den USA und wolle sich in Tennessee ein neues Leben aufbauen. "Viele Menschen, vor allem andere deutsche Heimschüler, haben für uns gebetet. Diese Gebete wurden nun erhört."
dpa
27.01.2010 - aktualisiert: 27.01.2010 13:46 Uhr
Lesermeinungen
03.02.2010 16:35
Autor: Jürgen Moosmann
Dieser Fall ist ein Grund, dass Angela Merkel sich mal mit Barack Obama an einen Tisch setzt und die Rückkehr dieser weltfremden Subjekte erwirkt. Den dieser Richterspruch ist eine Frechheit und Beleidigung dem deutschen Staat und Volke gegenüber. Diese Evangelikalen hocken jetzt in den USA und leben u.A. von ihren deutschen Miteinnahmen. Vorschlag meinerseits: enteigenen und Vermögen konfiszieren. So wie man es bei kriminellen und terroristischen Vereinigungen auch macht.
Dieser Fall zeigt aber auch in drastischem und erschreckenden Ausmaße die Zunahme "christlich" fundamentalistischer Entwicklungen in den USA seit der Bush-Zeit. Mennoniten, Evangelikalen usw. Und deren Einfluss auf Politik, Justiz, Staat und Gesellschaft. Arme USA.
29.01.2010 08:13
Autor: Wolfgang Scheu
Auch wenn man das deutsche Bildungssystem durchaus in Frage stellen muss, ist es kein legitimer Grund, seine Kinder zu Hause zu unterrichten. Wenn dies von Staats wegen nicht toleriert wird so hat dies seinen Grund, es besteht Schulpflicht. Den Hinweis der Eltern auf unchristliches Treiben an deutschen Schulen kann man auch umformulieren: An deutschen Schulen, wie im allgemeinen Alltag auch herrscht christliches Treiben im Sinne der Bibel nicht unbedingt vor - im Hinblick auf die bekannten Auswüchse in so genannten islamistischen Staaten nicht unbedingt bedauerlich. So gesehen hat die Familie sicher Recht getan in Gods own Country zu emigrieren. Bleibt zu hoffen, dass sie an der Bigotterie, die auch diesem Land zu eigen ist nicht zerbricht. Der Kommentar des Richters bestätigt einmal mehr, dass auch Persönlichkeiten, denen man eine eher bessere Bildung zugesteht zum nicht allzu kleinen Kreis der US-Bevölkerung zählen, die den "Rest der Welt" kaum wahrnimmt geschweige denn etwas über ihn weiß.
28.01.2010 08:55
Autor: Frank Hübner
Grossartig.Demnächst kann sich dann jeder asoziale Schulschwänzer auf Heimunterricht berufen.Wenn das nicht zieht,beantragt er einfach Asyl in Amerika.Er sollte aber wissen,dass es dort kein Hartz IV gibt.