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Gerda Taro

Bilder schenken Zeit gegen das Sterben

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Foto: Fred Stein / Katalog


Stuttgart - Sie war jung, sie war mutig, sie war - im spanischen Bürgerkrieg 1936/1937 - die erste Kriegsfotografin, und sie war Gefährtin von Robert Capa. Vier Gründe, die eine Annäherung an das Schaffen der gebürtigen Stuttgarterin Gerda Taro erleichtern. Einzig bleibt indes ihr Blick auf die Zwischentöne des Krieges.

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Eine Frau hockt in der Schussdeckung. Ein Soldat kauert vor ihr, ein Lächeln auf dem Gesicht. Die Frau lacht auf - ein Lachen an das Leben, in das Leben, auf das Leben. So sieht Robert Capa seine Geliebte Gerda Taro 1936 an der Córdoba-Front in Spanien. Capas Blick ist sanft in diesem Moment, nicht interessiert an kühnen Kontrasten und harten Diagonalen. Es ist ein Blick gegen die Zeit. Ein Blick, wie er die Aufnahmen Gerda Taros selbst prägt. Für einen Moment, für ein Bild, tauschen hier die Fotografen Capa und Taro die Rollen. Capa fügt sich, erkennt an. Sein Porträt ist so auch eine Hommage an die Fotografin Gerda Taro. Man sollte sich dieses Bild und diesen Blick merken für den Gang durch die Ausstellung "Gerda Taro - Krieg im Fokus", die von heute an im Kunstmuseum Stuttgart zu sehen ist.

Es ist eine Übernahme - 2007 war die Ausstellung für das International Center of Photography in New York erarbeitet worden. Und es ist eine Heimkehr. 1910 war Gerta Pohorylle, so Taros Geburtsname, in Stuttgart geboren worden. Für die jüdische Familie sind die kleinbürgerlichen Ressentiments Alltag, doch die Schülerin Gerda Taro kann sich flüchten - in den Schutzraum der Bildung, den ihr die Unterstützung einer Tante bietet. Imre Schaber hat die Stuttgarter Spuren Gerda Taros seit Mitte der 1990er Jahre wieder sichtbar gemacht - die Ausstellung jetzt ist so auch als vorläufiger Höhepunkt einer Neuentdeckung zu sehen.

19 Jahre jung ist Gerda Taro, als die Familie nach Leipzig zieht. Sie ist verlobt, aber vielleicht doch mehr befreundet - wer weiß das schon in ihrem Alter. Hitlerdeutschland zwingt sie vier Jahre später in die Emigration. In Paris wird aus Gerta Pohorylle die Fotografin Gerda Taro - und nicht mehr lange, dann verwandelt sich auch André Friedmann in den zuvor von dem Fotografenpaar als Autorennamen gemeinsam genutzten Robert Capa.
 

Seite 1 Die erste Kriegsfotografin
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