Stuttgart - Bahn-Chef Rüdiger Grube hat am Freitagabend ein offensives Plädoyer für Stuttgart 21 und die ICE-Neubaustrecke nach Ulm gehalten. Das Milliardenprojekt könne im Zeit- und Kostenrahmen bis 2019 fertig werden, bekräftigt er beim Forum Stuttgart 21 unserer Zeitung.
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Er hätte den Termin noch rückgängig machen können. Schließlich ist er am Dienstag erneut in der Stadt, beim symbolischen Baustart des Milliardenprojekts. Aber der Auftritt vor 400 Gästen beim Forum Stuttgart 21 liegt Rüdiger Grube am Herzen: "Mir ist bewusst, dass wir noch eine Menge tun müssen, um die Akzeptanz für das Projekt zu erhöhen", sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG im Forum der Landesbank (LBBW).
Kurz zuvor hatte sich Grube für ein "Grußwort" zu den Demonstranten vor der Bank gesellt. Nun steht er – nach der freundlichen Begrüßung durch den LBBW-Vorstandsvorsitzenden Hans-Jörg Vetter – auf dem Podium Rede und Antwort.
Stück für Stück klopfen die Moderatoren Jörg Hamann, Ressortleiter für Lokales und Regionales, und Nikolai B. Forstbauer, Ressortleiter Kultur, das Milliardenprojekt auf mögliche Schwachstellen ab. Grube weicht nicht aus. Die Urheberrechtsklage von Peter Dübbers gegen den Teilabriss des Bonatz-Baus? "Das würde ich an seiner Stelle auch machen", räumt er ein und grüßt den Architekten im Publikum: "Wir bleiben Freunde." Sollte sich Dübbers durchsetzen, sehe das Gesetz Schadenersatz vor, sagt Grube. "Aber der Zug ist aus dem Bahnhof raus: Wir bauen Stuttgart 21 und werden im Herbst den Nordflügel abreißen."
Dübbers’ Motive kann Grube verstehen. Nicht aber, dass Stuttgart 21 in Teilen der Öffentlichkeit schlecht dasteht. "Es gibt aus meiner Sicht nur Vorteile", betont er und führt als Beispiel den Wegfall des heutigen Gleisfelds an: "Das ist hässlich, was die Generation vor uns der Stadt angetan hat." Stuttgart 21 verlege den Zugverkehr unter die Erde und mache das Gleisfeld zur "grünen Oase", schwärmt er: "Wir nehmen der Stadt nichts, wir geben ihr etwas."