Drucken Versenden

Neuer Steuerskandal

Streit um Datenankauf

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg
Foto: dpa

Berlin - Die deutsche Politik steht vor einer Gewissensfrage: Soll die Regierung mutmaßlich illegal beschaffte Datensätze ankaufen, um deutsche Steuerhinterzieher in der Schweiz zu überführen? Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat sich gegen den Kauf von Datensätzen ausgesprochen, wie sie jetzt der Bundesregierung zu Steuersündern angeboten wurden. Experten von SPD und FDP fordern dagegen den Ankauf.

 
 


"Ich persönlich habe ein Problem damit", sagte Guttenberg in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung (NZZ/Sonntag). Solche Ermittlungen hätten "rechtsstaatlichen Maßstäben zu gehorchen, auch bei uns". Manche "vorauseilende Lust auf Daten" müsse auch einer solchen Überprüfung standhalten.

Wenn es konkrete Hinweise auf Steuerhinterzieher auf einem Weg gebe, der nicht eine illegale Grundlage habe, dann solle man diesen nachgehen, sagte Guttenberg. "Dies ist ja nicht der erste Fall dieser Art, und ich glaube, man muss da mit sehr viel Augenmaß herangehen und auch sehr darauf achten muss, dass sich da gewisse Dinge nicht wiederholen." Gewachsene gute Beziehungen, hier mit der Schweiz, dürften "nicht leichtsinnig aufs Spiel" gesetzt werden, sagte der Minister.

Experten von SPD und FDP raten Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zum Ankauf von Daten zu mutmaßlichen deutschen Steuersündern in der Schweiz. Die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nicolette Kressl, teilte am Samstag mit: "Die angebotene CD enthält offenbar entscheidende Daten, die zur Aufklärung von zahlreichen Straftaten im Bereich der Steuerhinterziehung führen können."

Steuerhinterziehung sei kein Kavaliersdelikt. "Niemand würde verstehen, wenn Schäuble sich weigert, die Straftäter zu überführen", sagte Kressl. Der Vorsitzende des Bundestags-Finanzausschusses, Volker Wissing (FDP), sprach sich ebenfalls für einen Kauf der Daten aus. Zuvor müsse es aber eine Prüfung geben. "Der Finanzminister ist gut beraten, zu klären, ob diese Daten rechtlich einwandfrei erworben werden können", sagte Wissing der "Welt am Sonntag".
 

dpa

31.01.2010 - aktualisiert: 01.02.2010 14:46 Uhr

 


Lesermeinungen
07.02.2010 14:51
Autor: Hermann Peter

Als geradezu lustvoll empfinde ich das Aufheulen der Schweizer, die uns Deutsche immer als Sauschwaben titulieren-und die ohne die kriminellen deutschen Millionäre längst in ihren Alpenhöhlen verhungert wären. Die schweizerische penetrante Arroganz wird nur noch durch die Ausdauer übertroffen, mit der sie diese in ganz Europa verbreiten.

 

07.02.2010 11:00
Autor: Dieter,Fuchs

Keine Frage, unbedingt kaufen, und jeden abstrafen, aber jeden, ohne Ausnahmen!

 

06.02.2010 11:09
Autor: Feuerbacher, Ursula

kaufen
jeder Bürger muß seine Steuern zahlen
ohne Steuern kann ein Staat nicht seinen
Auftrag erfüllen: Bildung, Gesundheit. Straßen und Kultur.

 

Weitere Meinungen lesen



Anzeigen
 
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise